Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 189
bewirkt, über welche die Kette mit einer Geschwindigkeit von 70m
pr. Stunde hinweggeführt wird.
Die ausgezeichneten Zettel- und Auf bäummaschinen für Seidenwebe
rei, welche C. Honegger in Rüti ausgestellt hatte, und bei welchen in
der vorzüglichsten Weise die gleiche Länge der einzelnen Kettenfäden
erreicht wird, sind von der Pariser Ausstellung her bekannt.
Spülmaschinen waren verschiedene ausgestellt. Die Schussspu -
maschine von Schönherr für Fussbetrieb zu sechs Schleifspulen ist zu
bekannt und weitverbreitet, um ein näheres Eingehen zu erfordern. Nach
demselben Princip waren mehrere andere Spülmaschinen, tbedweise mi
vertical neben einander angeordneten Spulen, vorhanden . bei welchen
der auf einer Schraube angebrachte Fadenführer nach jeder Faden
schicht um eine geringe Grösse heraufgerückt wird, indem die den
Fadenführer tragende Mutter gegen den conischen Ansatz des Spulenkor-
persstösst und eine geringe Umdrehung erfährt. Die Schussspulmaschine
vonCombe & Barbour in Beifest, bei welcher dieSpule ihre Bewicke
lung durch conisch ausgehöhlte Köpfe empfängt, ist von der Londoner
Ausstellung 1862 her bekannt. In ähnlicher Art erhalten auch die
Spulen bei den von Rudolph Voigt in Chemnitz ausgestellten
Maschinen ihre Bewickelung , und zwar ist dabei die Einrichtung ge
troffen, vermöge deren Spulen beiderseits mit conischen Ansätzen nach
Art der Mulekötzer versehen werden können. Die Spulenbildung ge it
bei diesen Maschinen ganz selbstständig und in einer sehr einfachen
Art vor sich, und steht jede Spule, sobald sie gefüllt ist, ebenfalls von
selbst still. Das Aufwickeln geschieht auf Papierhülsen, weshalb wegen
des Wegfalls der dicken Holzpfeifen jede Spule ein grösseres Garn
quantum zu fassen vermag.
Wenn von der Schleifspule einer Schütze der Faden sich abzieht,
so bekommt derselbe dadurch bekanntlich immer eine Drehung, welche
für ein Fadenstück gleich dem Umfange der Spule gerade eine Win
dung beträgt, also pr. Längeneinheit um so grösser ausfallt, je kleiner
der Spulendurchmesser ist. Wenn diese Drehung auch bei grösseren
Spulen vernachlässigt werden kann, so ist sie zuweilen, besonders bei
den kleinen Spülchen für Bandstühle und bei Bewickelung mit beide,
doch störend. Um diesen Uebelstand zu vermeiden ist bei der von
Fr. Laubeck in Wien ausgestellten Schussspulmaschine eine hübsche
Anordnung getroffen, welche darin besteht, dass die verticalen Spulen
bloss die auf- und niedergehende Bewegung des Spulenwagens, aber keine
Drehung empfangen. Die Drehung wird vielmehr einer die Spule
umfassenden Gabel ertheilt, deren einer mit einem Schraubengewinde
versehener Arm das Fadenführungsauge trägt. Dadurch, dass dieses
Auge und mit ihm der Faden im Kreise um die feststehende Spule
herumgeführt wird, erfolgt die Bewickelung der letzteren. Die für die
Bildung der conischen Schichten erforderliche allmähliche Verschiebung