192 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
zeitigen Schützenkasten zeigte. Hierdurch ist es ermöglicht, den Ein-
schuss Faden um Faden abwechseln zu lassen, während bei der gewöhn
lichen Anordnung des Wechselkastens nur auf einer Seite natürlich
immer nur nach zwei Schussfäden (hin und zurück), eine andere Schütze
zur Verwendung kommen kann.
Die Anordnung eines Schützenkastens nach dem Revolver
system zeigte nur der von Hodgson ausgestellte Buntwebstuhl. Der
auf einer Seite angebrachte sechszellige Revolver ist mit einer Drehvor
richtung versehen, welche gegen eine zu weitgehende Drehung Sicher
heit gewährt. Bei eintretendem Fadenbruch setzt die Ausrückfeder
sofort den Revolverkasten und den Cylinder für die Wechselkarte des
selben in Stillstand, weil sonst leicht eine falsche Karte beim Wieder
anlassen des Stuhls auf dem Cylinder liegen könnte. Auf jede Schütze
kann man jede beliebige andere folgen lassen, so dass in der Aufeinander
folge der verschiedenartigen Einschüsse vollständige Freiheit gelassen
ist. Diese Stühle, welche früher nur 130 bis 140 Schüsse pr. Minute
zuliessen, sind durch die neueren Verbesserungen bis zu 160 bis 170
in der Minute befähigt worden.
Der von der Sächsischen Webstuhlfabrik (L. Schönherr)
ausgestellte Buckskinstuhl muss als so allgemein bekannt angenommen
werden, dass nur die Angabe der an demselben angebrachten Ver
besserungen nöthig erscheint. Zur Vermeidung des doppelten Laden
schlags erhält die Walkwelle bei diesem Stuhle zwei Vibrationen bei
jedem Schüsse. Das Nachgeben des Kettenbaumes geschieht, wie be
kannt, derart, dass die Spannung allmählich mit dem Durchmesser des
Kettenbaumes abnimmt. Eine eigenthümliche, ganz neue und höchst
sinnreiche Einrichtung zeigt der an diesem Stuhle angebrachte Schuss
wächter, d. h. der Mechanismus, welcher bei einem Ausgehen oder
Brechen des Schussfadens den Stuhl stillstellt. Die gewöhnlichen
Vorrichtungen zu diesem Zwecke leiden an dem Uebelstande, dass das
Ausrücken im Falle eines ausbleibenden Schussfadens durch die Lade
erst während oder kurz vor dem Eintritte des Anschlags geschieht,
wodurch die Wirkungsweise zweifelhaft wird. Namentlich ist bei
mehrschützigen oder Wechselstühlen, und wenn nur an einer Seite ein
Schusswächter vorhanden ist, die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass,
nachdem der Faden einer Schütze ausgegangen ist, mit den anderen
Schützen noch eine grössere Zahl von Einschussfäden eingetragen
werde, ehe der Fehler erkannt wird, welcher dann ein entsprechendes
Zurückwehen erforderlich macht. Diesen Uebelständen zu begegnen,
ordnet Schönherr zu jeder Seite seinen neuen Schusswächter an,
welcher so eingerichtet ist, dass der Stuhl während derjenigen Zeit
nusgerückt wird, während welcher der Schützen seine Bahn durchläuft,
also bei vollständig offenem Fache und noch ehe die Lade nach vorn
geht. Zu dem Behufe dient auf jeder Seite eine nach zwei Richtungen