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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 197 
Sengmaschinen waren zwei ausgestellt, und zwar eineGasseng- 
maschine vonTulpin freres in Eouen, und eine Cylindersengmaschine 
von der Zittauer Maschinenfabrik, vormals Alb ertKiesler &Co. 
Die Gassengmaschine von Tulpin freres zeigt in ihrer Anord 
nung sowohl wie in den Betriebsmitteln und den einzelnen Organen 
dieselbe Einrichtung, wie die von derselben Firma in Paris 1867 aus 
gestellt gewesene Maschine, mit der einzigen Abweichung, dass das 
Zeug auf seinem Wege durch die Maschine achtmal der Einwirkung 
der Flamme ausgesetzt wird, während die Maschine in Paris nur vier 
Sengeffecte erreichen Hess. Diese Abänderung hat sich als wünschens 
wert]! herausgestellt, um in allen Fällen ein genügendes Sengen wäh 
ren einer einmaligen Passage erreichen zu können, da bei der früheren 
Maschine mit nur vier Sengeffecten gewisse schwieriger zu sengende 
Zeuge zweimal die Maschine passiven mussten, also mehr Handarbeit 
erforderten. Durch Abschliessen einzelner Brenner kann man übri 
gens die Anzahl der Sengstellen beliebig vermindern, und lässt sich 
die Zeugführung nach Erforderniss so anordnen, dass die rechte Seite 
achtmal und die Kückseite gar nicht, oder die rechte Seite sechs- oder 
viermal und die Rückseite respective zwei- oder viermal gesengt wird. 
Durch den angewandten Frictionsscheibenmechanismus kann die Ge 
schwindigkeit des Zeuges nach Belieben geändert werden, und geben 
die Aussteller als zulässiges Minimum der Geschwindigkeit für wollene 
Gewebe 1500 m und als Maximum für baumwollene Stoffe 3000 m pr. 
Stunde an. 
Die Maschine der Zittauer Maschinenfabrik zeigte einen in 
Mauerwerk ausgeführten Feuerheerd, darüber mit der üblichen Kupfer 
platte von der Form eines Cylindersegmentes, über welche Platte das 
Zeug mit Hilfe zweier zu beiden Seiten des Ofens aufgestellten Haspel 
in der einen oder anderen Richtung hinweggezogen wird. Für jeden 
Haspel ist eine kleine stehende Dampfmaschine angeordnet, von wel 
chen die ein oder andere die Bewegung des Zeuges beim Hin- oder 
Rückgänge übernimmt. 
Waschmaschinen für die eigentiiche Zeugappretur, d. h. für 
das Auswaschen ganzer Stücke in Bleichereien und Färbereien, waren 
nicht ausgestellt, wohl aber für Wäsche zum Gebrauch in grösseren 
Haushaltungen, öffentlichen Instituten etc. Die von Bradford & Co. 
inLondon und Pierron & Dehaitre in Paris für diese Zwecke'ausge 
stellten Waschtrommeln sind hinreichend bekannt, und es sei hierüber 
nur noch bemerkt, dass die Firma Oscar Schimmel & Co. in Chem 
nitz in neuerer Zeit ihre rühmlichst bekannten Doppelkurbelwalken 
mit geringer Modification vortheilhaft als Waschmaschinen zu dem be 
sagten Zwecke angewandt hat; auch war eine solche ausgestellt. 
Centrifugaltrockenmaschinen. Die vielfache Verwendbarkeit 
dieser nützlichen Maschinen fand ihren Ausdruck in der grossen An-
	        
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