Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 199
ist, wie dies bei Turbinen öfter geschieht. Der Antrieb geschieht von
einem Wandvorgelege aus auf den oberen, zu einer Riemscheibe ge
bildeten Kopf der Trommelachse, mit Hilfe eines halbgeschränkten
Riemens. Bei der gedachten Aufhängungsweise ist der Trommelwelle
bei etwaiger excentrischer Ladung des Korbes eine gewisse pendelnde
Bewegung gestattet, zu welchem Behufe auch die unter der Antriebs
scheibe befindliche Bremsscheibe eine entsprechend kugelförmige Ge
stalt erhalten hat.
Bei den Centrifugen kann auch einer von Gessner in Aue aus
gestellten SchleudA’inaschine gedacht werden, einer einfachen in 1 uch-
fabriken vielfach angewandten Maschine, die im Wesentlichen aus einer
horizontalen Trommel besteht, auf welche das auszuschleudernde Tuch
aufgerollt wird, und welcher dann durch Riemen eine sehr schnelle
Rotation ertheilt wird, um das in dem Zeuge enthaltene Wasser durch
die Centrifugalkraft auszuschleudern.
Waschmaschinen für Garne, insbesondere für Seidensträhne,
hatten die beiden Schweizer Firmen Scheller & Berchtold in I’hai
weil und Aemmer & Co. in Basel in sehr schönen, sinnreich erdach
ten und gut ausgeführten Exemplaren ausgestellt. Die über rotireude
Spulen, mit Wasserzuführung von innen, gehängten Strähne tauchen
theilweise in den darunter befindlichen Wasserbehälter, und werden bei
der Umdrehung der Spulen ausgespült, Die Bewegung ist vollkommen
automatisch, und zwar so, dass die Hälfte der Spulen sich dreht, wah
rend die andere Hälfte in Ruhe ist, um dem Bedienungspersonal das
Abnehmen und Auflegen der Strähne zu ermöglichen, worauf ein selbst-
thätiger Wechsel eintritt. Die Einrichtung ist bei beiden wesentlich
verschieden und auch anders, wie bei der von Tulpin in Paris 1867
ausgestellten Garnwaschmaschine; eine Beschreibung durfte sich ohne
Hilfe genauer Zeichnungen nicht geben lassen.
Hier kann auch eine von der Sächsischen Maschinenfabrik
zu Chemnitz (Rieh. Hartmann) ausgestellte Garntrockenmaschine
erwähnt werden, bei welcher die zu trocknenden Garnsträhne über
Stangen gehängt, zweien gleichlaufenden Ketten übergeben werden,
welche das Garn langsam durch eine mittelst Dampfröhren geheizte
Kammer transportiren. an deren anderem Ende die trocknen Garn
strähne von den Stangen abgenommen werden. Durch Ventilatoren
wird fortwährend für Erneuerung der Luft gesorgt.
Maschinen zum „Bedrucken der Zeuge“ fanden sich zwei vor, und
zwar eine Perrotine für fünf Farben von C. Hummel in Berlin und
eine Walzendruckmaschine für 12 Farben von Mather & Platt
in Manchester. Die fünffarbigen Perrotinen werden hauptsächlich zum
Bedrucken der vielfarbigen türkischroth gefärbten Zeuge verwendet,
welche namentlich in der Schweiz und in Russland fabncirt werden,
wogegen die Blaudruckereien meist nur vierfarbige Maschinen führen.