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MAK

Full text : Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

200  Gruppe  XIII.  Maschinenwesen  u.  Transportmittel.
Die  Einrichtung  dieser  sinnreichen  Maschinen,  namentlich  die  durch
Kömer’sche  Räder  vermittelte  absetzende  Bewegung'  der  Form  abwechselnd ­
  gegen  das  Chassis  und  gegen  den  Drucktisch,  ebenso  wie
die  periodische  Transportirung  der  Waare  um  die  Rapportlänge  muss
als  bekannt  vorausgesetzt  werden.  Durch  eine  besondere  Vorrichtung
ist  die  Maschine  zum  doppelten  Abschlag  befähigt,  d.  h.  durch  eine
von  einem  Schneckenexcenter  bewegte  Ausrückvorrichtung  wird  die
Transportirung  des  Stoffes  abwechselnd  zwischen  zwei  aufeinander  folgenden ­
  Drucken  sistirt,  um  in  dem  nächsten  Intervall  eingerückt  zu
werden.  Diese  Einrichtung  eines  doppelten,  untef»  Umständen  selbst
dreifachen  Bedruckens  einer  und  derselben  Stelle  ermöglicht  die  Herstellung ­
  sehr  schwerer  Muster,  welche  auf  grossen  Flächen  gleichmässig
Farbe  aufgetragen  erhalten  müssen.  In  kleinen  Druckereien  werden
die  Penotinen  noch  vielfach  den  Whlzendruckmaschinen  vorgezogen,
wegen  der  leichteren  Herstellung  der  flachen  Formen  gegenüber  den
gravirten  Kupfercylindern  und  der  geringeren  Anlagekosten.
Die  Walzendruckmaschine  von  Mather  &  Platt  in  Manchester
ist  zum  directen  Antriebe  mit  einer  Dampfmaschine  versehen,  deren
beide  unter  45°  gegen  dieVerticale  geneigten  Cylinderauf  eine  gemeinschaftliche ­
  Kurbel  welle  wirken,  von  welcher  durch  Zahnräder  der
5  Fuss  engl.  (P524  m)  im  Durchmesser  haltende  Drucktambour,  sowie ­
  die  Druck  und  Färbwalzen  ihre  Bewegung  erhalten.  Den  Rakeln
ist  eine  alternirende  Bewegung  ertheilt,  Die  Construction  ist  in  allen
Theilen  sehr  solide,  die  Zugänglichkeit  überall  bequem  ermöglicht.
Der  von  J.  S  u  m  n  e  r  in  Manchester  ausgestellte  vonLockett,Leake
6  Co.  in  Manchester  construirte  Pantograph  zum  Graviren  der
kupfernen  Kattundruckwalzen  zeigte,  abgesehen  von  einigen
\  erbesserungen,  welche  die  Anzahl  und  Bewegung  der  Diamantspitzen
betreffen,  dieselbe  Einrichtung,  wie  die  auf  der  Londoner  Ausstellung
1862  von  demselben  Aussteller  producirte  Shields’sche  Maschine.  Zu
erwähnen  ist  hierbei  noch  eine  schöne  Gravirmasehine  mittelst  Moletten,
  sowie  eine  kleine  Druckmaschine  für  Laboratorien  von  Ducommun
&  Co.  in  Mühlhausen.
Ausbreitmaschinen,  welchen  die  Gewebe  überliefert  werden,
bevor  sie  auf  die  Trockenmaschinen  übergehen,  waren  von  J.  Sumner
in  Manchester,  Bosshard  &  Co.  in  Naefels  und  Ducommun  &  Co.
m  Mühlhausen  ausgestellt.  Während  die  Sumner’sehe  Maschine  zwei
endlose  Ketten  für  jedes  Zeugstück  zur  Verwendung  bringt,  welche  das
Gewebe  von  der  Mitte  nach  den  Leisten  hin  ausstreichen,  zeigt  dieBosshard’sche
  Maschine  auf  jeder  Seite  vier  schräg  gestellte  Rollen,  welchen
ihre  drehende  Bewegung  durch  eine  gemeinschaftliche  Frictionsscheibe
unterhalb  ertheilt  wird.  Der  Ducommun’sehe  Apparat  mit  den  mit
Kautschuk  überzogenen  ringförmig  cannelirten  Walzen  ist  von  der
Pariser  Ausstellung  her  bekannt.
            
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