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Volltext: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section II. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 
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Stärke- und Trockenmaschinen zur eigentlichen Appretur der 
Gewebe, namentlich der baumwollenen und leinenen, waren in sehr 
schönen Exemplaren ausgestellt von T ulpin fr eres, Ducommun & 
Co., S. Huber in Prag, der Zittauer Maschinenfabrik und 
Weissbach in Chemnitz. Diese Maschinen sind bekannt, die Mit 
theilung der Stärke geschieht durch ein Paar Walzen, zwischen denen 
das Gewebe durchgeführt wird, und von denen die untere Walze in 
einen Trog mit der Appretirungsflüssigkeit taucht. Das Trocknen ge 
schieht meist durch Umführung des Gewebes um eine grössere Anzahl 
von mit Dampf geheizten Walzen, die vertical über einander (Zittauer 
Maschinenfabrik) oder horizontal neben einander (Tulpin, Hubei’) 
angeordnet sind. Sehr sinnreich ist die Einrichtung der Tulpin’schen 
Maschine, welche drei Arten der Appretur, jenachdem nur eine oder 
beide Seiten des Gewebes mit Appret versehen werden sollen, gestattet. 
Die ZittauerMaschinenfabrik hatte ausserdem eine dreifache 
Krappm aschine ausgestellt, bei welcher zwischen drei Walzenpaaren 
ein wiederholtes Waschen undSpülen wollener und halbwollener Waaren 
in Soda- oder Seifenlauge vorgenommen wird. Diese Maschine zeigte 
eine sehr sinnreiche Anordnung, wie auch einer anderen zum Spannen 
der Gewebe dienenden Spannwalze von Huber in Prag gedacht wer 
den muss, bei welcher die betreffenden Gewebe, während sie zum 
Trocknen über eine mit Dampf geheizte Trommel geführt werden, 
gleichzeitig durch zangenartig aus einander gehende mit Klavierstif 
ten versehene ringförmige Schienen nach der Breite gespannt werden. 
Mangeln und Kalander waren verschiedene ausgestellt, diesel 
ben zeigten im Allgemeinen von den bekannten Constructionen dieser 
Maschinen keine wesentlichen Abweichungen. Eine sehr interessante 
und in mancher Hinsicht neue Maschine dieser Art war eine von A. 
Mechwarth &E. Ney in Ofen ausgestellte hydraulische Walzenmangel, 
welche bei einem viel geringeren Kaumbedürfniss, als die bisherigen 
Kastenmangeln haben, eine bessere Appretur erreichen soll. In einem 
kräftigen Walzengestell sind zwei eiserne Walzen derart gelagert, dass 
die auf eine Holzwelle aufgewickelte Waare zwischen jene Walzen ein 
gelegt werden kann. Hierauf wird die untere Walze durch eine dar 
unter befindliche : hydraulische Presse sehr kräftig nach oben gedrückt, 
und die Waare zwischen den beiden Walzen der entsprechenden Pressung 
ausgesetzt. Die Walzen drehen sich abwechselnd nach der einen und 
anderen Richtung, jedoch stets in entgegengesetztem Sinne, woraus folgt, 
dass die Waare stets nur einem rein rollenden Druck ausgesetzt ist, 
und die bei Kastenmangeln unvermeidlichen Verschiebungen und Fal 
tungen, wie sie daselbst wegen der festliegenden Unterplatte sich ein 
stellen, hier vermieden werden. Die Maschine ist in allen Theilen sehr 
solid und exact ausgeführt und muss die Construction eine vorzügliche 
und gründlich durchdachte genannt werden.
	        
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