202 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
Von den Maschinen zum Messen, Wickeln und Legen der
Gewebe erwähnen wir ausser einer hübschen Mess- und Wickel Vorrichtung
der Zittauer Maschinenfabrik, welche den fertig appretirten Stoff
auf ein zwischen Kluppen eingespanntes drehbares Brettchen wickelt,
besonders der schönen Maschinen, welche von der Actiengesellschaft
für Stückfärberei, Appretur und Maschinenfabrikation, früher
Fr. Gebauer in Charlottenburg, ausgestellt waren. Ausser einer der
bekannten Mess- und Legemaschinen mit selbstthätigem Tisch
bewegungsapparat hatte diese Fahrik eine durch ihre einfache Construction
ausgezeichnete Doublirmaschine, zum doppelten Zusammenlegen und
Aufwinden des Zeuges dienend, sowie einen sehr sinnreichen Universal-
ablegeapparat zur Anschauung gebracht. Letzterer Apparat dient
dazu, in Bleichereien etc. die aus Kochfässern, Waschmaschinen u. s. w.
in Strangform heraustretende Waare in runde oder anders geformte
Waarenhaufen abzulegen, und besteht im Wesentlichen aus einem um
seine Achse drehbaren Ablegestern, über welchen die Waare geführt wird,
und welchem gleichzeitig ausser einer drehenden Bewegung um seine
verticale Aufhängeachse mit dieser eine Bewegung in horizontalen
Spiralwindungen ertheilt wird, so dass auf diese Weise der Zeugstrang
in lauter neben einander fallenden spiralförmigen Linien abgelegt
wird.
Von den Walkmaschinen ist besonders die von L.Ph. Hemmer
in Aachen erwähnenswerth, welche, nach dem System der Walzenwal
ken mit Federbelastung construirt, in allen ihren Theilen die zweck
mässige , durchdachte Construction und solide Ausführung erkennen
lässt. Die Walke ist mit zweifachem Stauchapparat und einem Tuch
messapparat versehen, alleHauptdurchgangsstellen sind mit Glasflächen
garnirt; auch können sämmtliche Stellungen der einzelnen Organe
bequem an dem vorderen Maschinenende vorgenommen werden. Di 6
Maschine ist zum gleichzeitigen Walken mehrerer Stücke (bis zu sechs)
eingerichtet.
Was die Rauhmaschinen anbetrifft, so fungirten in diesem
Artikel als Aussteller Gessner in Aue, Neubarth & Longtain in
Verviers, Bede & Co. ebendaselbst und Sternikel & Gülcher in
Bielitz. Etwas Neues ist darüber nicht anzuführen, indem die ausge
stellten Maschinen im Wesentlichen die von der Pariser Ausstellung
1867 her bekannte Einrichtung zeigten.
Tuchtrocken-Rahmmaschinen, weichein neuerer Zeit in Tuch
fabriken so vielfach Verbreitung gefunden haben, waren zwei ausgestellt,
und zwar eine von der Sächsischen Maschinenfabrik zu Chemnitz,
vormals R. Hartmann, und eine von der Firma Neubarth & Long
tain in Verviers. Die Einrichtung dieser unter anderem auch durch
die Verhandlungen des Vereins zur Bef. d. Gewerbfl. in Preussen ver
öffentlichten Maschine ist bekannt genug, um ein Eingehen auf ihre