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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

212 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
erfasst, wie bei der Hurtu-Hautin’schen Pechdrähtmaschine, mit einem 
Häkchen die Fadenschleife, dreht sich einmal linksum, wodurch die 
Fadenschleife um die Spule gelegt wird, und dreht sich dann lechtsum 
zurück, um die Schleife loszulassen. Handschuhnähmaschinen, zum 
Nähen mit zwei Fäden, mit horizontaler Nadel und einem aus zwei 
Transportrollen bestehendem Stoffschieber waren überdies in sehi 
schöner Ausführung von Ne cker& Co. in Berlin und von\ idal& Eng- 
ler in Wien ausgestellt. Diese Maschinen sind, abgesehen von ein 
zelnen Modificationen nach dem unseres Wissens von Rudolph in 
Limbach herrührenden System gebaut. Schliesslich sei noch einiger 
sehr hübscher Faltennähapparate für Hemdeneinsätze Erwähnung ge- 
than, welche Steiner in Graz, Baer & Rempebin Bielefeld und die 
Hamburg-Amerikanische Nähmaschinen fab rik exponirt hatten. 
Der mancherlei Apparate zur Herstellung von Zierstichen, Säu 
men etc. zu gedenken, würde hier zu weit führen. 
Es muss schliesslich als ein erfreuliches Zeichen des bedeutenden 
Fortschrittes der Nähmaschinenindustrie, besonders in Deutschland, 
angesehen werden, dass sich, wie im Spinnereifache schon langst, auch 
in dieser Branche bereits einzelne nicht unbedeutende Fabriken etablirt l 
haben, welche sich hauptsächlich oder ausschliesslich mit Herstellung- 
einzelner Theile oder Apparate für Nähmaschinen befassen. In dieser 
Beziehung seien nur erwähnt Luckau & Steffen inHamburg, welche 
exact gearbeitete Nähmaschinentheile, besonders Schrauben, ausstellten, 
und Lautenberg in Altona, der eine nicht minder schöne Collection 
von Nähmaschinenschiffchen zur Anschauung brachte. Ebenso verdienen 
in dieser Hinsicht Walther & Co. in Hof als Fabrikanten von Näh 
maschinenapparaten und Gehr. Himmelheber in Carlsruhe, welche 
sich mit der Anfertigung der hölzernen Tischplatten, Verschluss 
kästen etc. befassen, rühmende Erwähnung. 
Noch dürften einige Worte über die mit den Nähmaschinen vei- , 
wandten Stickmaschinen hier am Orte sein. Einfache Tambourir- odei 
Kettenstichstickmaschinen mit um zwei parallele verticale Achsen dreh 
barem Arm, der die Stickorgane trägt, waren mehrere vorhanden, 
welche Bemerkenswerthes nicht darboten. Eine derartige sehr sinn 
reiche und durchdachte Maschine für Dampfbetrieb und zum gleich 
zeitigen Arbeiten mit vier Nadeln war von der Sächsischen Stick 
maschinenfabrik, (vormals Alb. Voigt) in Kappel bei Chemnitz 
ausgestellt. Die vier zu benähenden Zeuge sind, auf ebenso viele 
horizontale Rahmen gespannt, über einander in einem verschiebbaren 
Wagen gelagert, nur das oberste Zeug erhält die mit Hilfe der gleich 
falls ausgestellten Stüpfelmaschine ausgeführte Vorzeichnung, nach 
deren Angabe die Arbeiterin den beweglichen Maschinenarm auf der 
Zeugfläche herum führt. Die vier Nadeln nähen dabei genau con- 
gruente Muster. Mit der Maschine ist ein Scheerenapparat verbunden
	        
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