MAK

Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

214 
Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
werk, bestehend aus zwei Bronzewalzen von 0'24 m Durchmesser und 
eben solcher Länge, von denen die obere in einem mit der Decke ver 
bundenen Gerüst fest gelagert ist, während die untere mit Hilfe von 
Kniehebeln durch den Fuss des Arbeiters nach oben gepresst werden 
kann. Die Walzen sind zum Vor- und Rückwärtsgange eingerichtet, 
und das Leder wird zwischen ihnen streifenweise entsprechend der 
Walzenbreite bearbeitet, indem der Arbeiter die Haut nach jedem Hin- 
und Hergange entsprechend verschiebt. Die Leistung wird bei dem 
Walzwerke auf 60 stärkste Häute täglich, bei den Hämmern auf 50 
bis 80, das Arbeitsmoment auf bis 1 Pferdestärke angegeben. 
Ausstossmaschinen waren von Frey und von Berendorf aus 
gestellt. Beider Frey’schen Maschine (System Fitzhenry) wird 
über einer horizontalen, auf Rollen nach allen Richtungen verschieb 
baren Tischplatte der mit zwei Glas- oder Metallmessern versehene 
Ausstreichapparat an horizontalen Prismenführungen durch eine Kurbel 
stange hm- und hergeführt, während der Arbeiter den beweglichen 
Tisch mit der darauf liegenden Haut aus freier Hand entsprechend 
dirigirt. 
Bei der Maschine von Berendorf, welche ebenfalls den auf Rollen 
beweglichen Tisch zur Aufnahme der Haut zeigt, geschieht das Aus 
streichen durch einen sechsarufigen rotirenden Stern, an dessen Armen 
die Ausstreichmesser befestigt sind, und welcher durch Schrauben 
stellungen mit grösserem oder geringerem Druck auf die Haut herab 
gepresst werden kann. Von den sonst noch durch die beiden mehrge- 
nannten Aussteller exponirten Maschinen zum Riemenstrecken, Leder 
spalten, Chagriniren, Krispein etc. erwähnen wir nur noch eine hübsch 
construirte zweifache Glanzbockmaschine von Frey, sowie eine von 
ebendemselben ausgestellte Riemenzuschärfmaschine. Mit Hilfe dieser 
Maschine wird das Ende des Riemenstückes einfach dadurch zuge- 
scharft, dass dasselbe auf einem kleinen Wagen mit schräger Oberplatte 
befestigt und unter dem feststehenden Messer durch den Arbeiter mit 
telst eines Handhebels durchgezogen wird. Die grössere oder geringere 
Neigung der verstellbaren Wagenplatte bestimmt dabei den Grad der 
Zuschärfung. 
C. Dressier in Neutitschein und J. Sigmund in Fulneck hatten 
gemeinschaftlich eine Anzahl von Maschinen und Geräthen für Kürsch 
ner ausgestellt, welche die Handarbeit erleichtern und sehr sinnreich 
construirt sind. Von den Maschinen erwähnen wir nur die folgenden: 
Die Zerfuss- und Ausstossmaschine, bei welcher ein an dem unteren 
Ende einer verticalen Kurbelstange befindliches scheibenförmiges Mes 
ser, welchem ausser der durch die Kurbel erzeugten Bewegung noch 
durch einen Hebel eine hin- und hergehende Schwingung ertheilt wird, 
das Ausstossen des Felles bewirkt, welches auf einer darunter befind 
lichen Ausstossbank durch den Arbeiter entsprechend verschoben wird.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.