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Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
werk, bestehend aus zwei Bronzewalzen von 0'24 m Durchmesser und
eben solcher Länge, von denen die obere in einem mit der Decke ver
bundenen Gerüst fest gelagert ist, während die untere mit Hilfe von
Kniehebeln durch den Fuss des Arbeiters nach oben gepresst werden
kann. Die Walzen sind zum Vor- und Rückwärtsgange eingerichtet,
und das Leder wird zwischen ihnen streifenweise entsprechend der
Walzenbreite bearbeitet, indem der Arbeiter die Haut nach jedem Hin-
und Hergange entsprechend verschiebt. Die Leistung wird bei dem
Walzwerke auf 60 stärkste Häute täglich, bei den Hämmern auf 50
bis 80, das Arbeitsmoment auf bis 1 Pferdestärke angegeben.
Ausstossmaschinen waren von Frey und von Berendorf aus
gestellt. Beider Frey’schen Maschine (System Fitzhenry) wird
über einer horizontalen, auf Rollen nach allen Richtungen verschieb
baren Tischplatte der mit zwei Glas- oder Metallmessern versehene
Ausstreichapparat an horizontalen Prismenführungen durch eine Kurbel
stange hm- und hergeführt, während der Arbeiter den beweglichen
Tisch mit der darauf liegenden Haut aus freier Hand entsprechend
dirigirt.
Bei der Maschine von Berendorf, welche ebenfalls den auf Rollen
beweglichen Tisch zur Aufnahme der Haut zeigt, geschieht das Aus
streichen durch einen sechsarufigen rotirenden Stern, an dessen Armen
die Ausstreichmesser befestigt sind, und welcher durch Schrauben
stellungen mit grösserem oder geringerem Druck auf die Haut herab
gepresst werden kann. Von den sonst noch durch die beiden mehrge-
nannten Aussteller exponirten Maschinen zum Riemenstrecken, Leder
spalten, Chagriniren, Krispein etc. erwähnen wir nur noch eine hübsch
construirte zweifache Glanzbockmaschine von Frey, sowie eine von
ebendemselben ausgestellte Riemenzuschärfmaschine. Mit Hilfe dieser
Maschine wird das Ende des Riemenstückes einfach dadurch zuge-
scharft, dass dasselbe auf einem kleinen Wagen mit schräger Oberplatte
befestigt und unter dem feststehenden Messer durch den Arbeiter mit
telst eines Handhebels durchgezogen wird. Die grössere oder geringere
Neigung der verstellbaren Wagenplatte bestimmt dabei den Grad der
Zuschärfung.
C. Dressier in Neutitschein und J. Sigmund in Fulneck hatten
gemeinschaftlich eine Anzahl von Maschinen und Geräthen für Kürsch
ner ausgestellt, welche die Handarbeit erleichtern und sehr sinnreich
construirt sind. Von den Maschinen erwähnen wir nur die folgenden:
Die Zerfuss- und Ausstossmaschine, bei welcher ein an dem unteren
Ende einer verticalen Kurbelstange befindliches scheibenförmiges Mes
ser, welchem ausser der durch die Kurbel erzeugten Bewegung noch
durch einen Hebel eine hin- und hergehende Schwingung ertheilt wird,
das Ausstossen des Felles bewirkt, welches auf einer darunter befind
lichen Ausstossbank durch den Arbeiter entsprechend verschoben wird.