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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 219 
Durch diesen sinnreichen Process, bei welchem das zum Waschen 
angewandte Wasser der zu waschenden Masse entgegengeführt wird, 
erreicht man, wie die ausgestellten Proben sowohl der festen Masse 
wie der Waschflüssigkeit deutlich erkennen Hessen, von Sieb zu Sieb 
immer reiner werdende, ursprünglich ganz dunkelbraune, schliesslich 
fast weisse Masse; und andererseits eine mehr und mehr concentnrte 
mit Natron und Saftbestandtheilen gesättigte Waschflüssigkeit, aus 
welcher die Wiedergewinnung der Alkalien mit verhältnissmässig ge 
ringem Brennmaterialaufwande ermöglicht ist. 
Der Aussteller giebt an, dass durch seinen Apparat, welchen er 
übrigens auch für andere Zwecke, z. B. zum Auslaugen des Zucker 
saftes aus den Rüben, anwenden will, der Natrongehalt der gewasche 
nen Masse bis auf Vs Proc. des verwendeten Alkalis herabgezogen 
werden und dass aus der abgehenden concentrirten Waschflüssigkeit 
86 Proc. der beim Bäuchen verbrauchten Soda wiedergewonnen wer 
den könne. Hierzu sei unter Anwendung des Porion’schen Ofens 
ein Aufwand von nur 2 bis 2 1 / 4 Kg Steinkohlen für je 1 Kg wieder 
gewonnener Soda erforderlich. Auf diese Weise würde es möglich 
sein, die Aufschliessung der Holzfaser mit 15 bis 20 Proc. derjenigen 
Natronmenge zu bewirken, welche man bislang zur Herstellung der 
Cellulose bedurfte, so dass in Zukunft eine billigere Herstellung und da 
mit allgemeinere Anwendung dieses Stoffes in der Papierfabrikation in 
Aussicht stehen dürfte, vorausgesetzt, dass die angegebene Methode auch 
in der Praxis sich gehörig bewähren sollte. Hier mag nur angeführt 
sein, dass allerdings schon bedeutende Papier- und Cellulosefabriken 
den Lespermont’schen Apparat angenommen haben. 
Holzschleifmaschinen zur Herstellung des Holzstoffes auf mechani 
schem Wege waren zwei ausgestellt; eine von dem Erfinder dieser gan 
zen Industrie, II. Völter in Heidenheim und J. M. Yoith, die andere 
von der Firma Ph. & F. Bell in Kriens bei Luzern. 
Wenn auch die Yölter’sche Schleifmaschine im Allgemeinen die 
selbe Anordnung eines um eine horizontale Achse rotirenden, mit fünf 
Einlegekästen oder Pressen versehenen Steines zeigte, wie die von 
demselben Aussteller in Paris ausgestellt gewesene, so waren doch in 
der Construction einzelner Theile Aenderungen vorgenommen, welche 
in Verbindung mit den durch die Erfahrung festgestellten Vortheilen in 
der Handhabung es ermöglichen, mit den heutigen Maschinen das dop 
pelte Quantum Holzstoff (24 Ctr. pro 24 Stunden) gegen früher zu lie 
fern. Hierzu ist ein geringeres Bedienungspersonal und eine relativ 
kleinere Betriebskraft erforderlich. Dieses Resultat erklärt sich na 
mentlich dadurch, dass entgegen der früheren Annahme durch die Er 
fahrung sich ergeben hat, dass bei einer vorhandenen Betriebskraft es 
vortheilhafter ist, eine kleinere Auflagerfläche des Holzes auf den Stein 
rasch, als eine grössere Fläche langsam abzuschleifen. Demgemäss
	        
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