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Full text : Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

232  Gruppe  XIII.  Maschinenwesen  u.  Transportmittel.
gestellt.  Als  eine  Eigenthümlichkeit  derselben  sei  angeführt,  dass  der
Druckcylinder  bei  diesen  Maschinen  mit  einem  doppelten  Greifersystem
versehen  ist,  von  welchen  das  eine  mit  dem  gewöhnlichen  zum  Festhalten
des  Bogens  dienenden  übereinstimmt,  während  die  Finger  des  zweiten  Systems ­
  unter  dem  Bogen  liegen,  derart  dass  durch  ihr  Eröffnen  der  bedruckte
Bogen  von  dem'Cylinder  abgelöst  wird,  ohne  besondere  Bänder,  zu  diesem ­
  Zwecke  anwenden  zu  müssen.  Der  Nutzen  dieser  Einrichtung
tritt  besonders  bei  derartigen  Druckformen  hervor,  welche  ein  Anbringen ­
  von  Bändern  auf  dem  mittleren  Theil  des  Cylinders  nicht  gestatten. ­
  Namentlich  ist  bei  den  lithographischen  Schnellpressen  diese  Anordnung ­
  ziemlich  allgemein  adoptirt  worden.
Von  Kaiser  in  Wien  war  eine  schön  gearbeitete  Maschine  seiner
bekannten  Construction  mit  Kurbelbewegung  und  Antrieb  durch  Zahnräder ­
  ausgestellt,  die  etwas  Neues  aber  nicht  darbot,  ebenso  wie  letzteres ­
  auch  für  die  von  Anger  in  Wien,  Aichele  &  Bachmann  in
Berlin  und  Eickhoff  in  Kopenhagen  exponirten  Maschinen  gilt.
Von  den  französischen  Fabrikanten  von  Schnellpressen  waren
neben  Marinoni  noch  P.  Alauzet,  L.  Alauzet  fils  (der  Nachfolger
von  Perreau)  und  Maulde,  Geibel  &  Wibart  vertreten.  Alauzet ­
  hatte  zwei  Schöndruckmaschinen  und  eine  Completmaschine  ausgestellt, ­
  während  Alauzet  fils  ausser  der  schon  erwähnten  vierfachen
Zeitungsdruckmaschine  eine  doppelte  Schöndruckmaschine  exponirt  hatte,
welche  sich  nach  Erforderniss  leicht  in  eine  Completmaschine  umwandeln ­
  lässt.  Diese  Maschinen  sind  wie  alle  französischen  mit  Tischfärbung ­
  versehen,  und  ist  die  grosse  Menge  der  Verreibungswalzen  bei
Mhnen  bemerkenswerth.  Die  elegante  oft  luxuriöse  Ausstattung  dieser
Maschinen  sowie  deren  gute  Construction  ist  von  der  Pariser  Ausstellung ­
  her  bekannt.  Die  beiden  von  Maulde,  Geibel  &  Wibart  ausgestellten ­
  Maschinen  zeigen  die  ebenfalls  von  der  Pariser  Ausstellung
her  bekannte  Stellbarkeit  der  Beibwalzen,  und  die  modificirte  Auffanggabel ­
  mit  drei  Zähnen,  zwischen  welche  zwei  Zähne  am  Cylinder  eintreten.
  Wesentlich  Neues  ist  nicht  zu  constatiren.
Von  englischen  Fabrikanten  waren  nur  Hughes  &  Kimber  vertreten, ­
  bei  deren  Schnellpresse  der  Cylinder  mit  dem  Zahnrade  durch
eine  lösbare  Kuppelung  verbunden  ist,  die  beim  Rückgang  des  Karrens
sich  auslöst,  so  dass  dann  der  Cylinder  stehen  bleibt.
Wie  schon  Eingangs  erwähnt,  waren  von  den  neuerdings  so  beliebt ­
  gewordenen  Accidenzmaschinen  nur  wenige  erschienen.  Maulde,
Geibel  &  Wibart  hatten  eine  solche  ausgestellt,  bei  welcher  der  an
verticalen  Säulen  geführte  Tiegel  durch  zwei  Lenkerstangen  auf  und
nieder  gegen  das  zwischen  den  Säulen  in  horizontaler  Lage  festliegende
Fundament  geführt  wird.  Zur  einen  Seite  des  letzteren  steht,  der
Drucker,  zur  anderen  Seite  liegt  das  Farbwerk,  von  welchem  aus  ein
            
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