Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 233
selbstthätig bewegter Karren die Uebertragung der Farbe auf die
Form vermittelt.
In der amerikanischen Abtheilung waren zwei Liberty-Pressen
von Degener & Weiler ausgestellt, von denen eine von Pierron
& Dehaitre in Paris zur Schau gestellte Maschine nur unwesentlich
abwich. Das Princip dieser schon in Paris 1867 ausgestellten Ma
schinen ist bekannt. Hiervon unterschied sich eine in der amerikani
schen Abtheilung von Galley Merrit befindliche Maschine insofern,
als das Fundament in nahezu verticaler Lage feststehend angebracht
ist, die Auftragwalzen von oben über die Form und zurückgeführt
werden, worauf der bis dahin in geneigter Lage befindliche liegel
durch eine schwingende Bewegung der Form sich nähert und denDruck
bewirkt. Die von Hughes & Kimber ausgestellte Maschine ist eben
falls nach dem Princip eines horizontal festliegenden Fundaments mit
vertical auf- und abgehendem Tiegel construirt. Die sonst noch vor
handenen Accidenztretmaschinen boten etwas Bemerkenswerthes
nicht dar.
Von Handpressen erwähnen wir ausser den bereits oben angeführ
ten Din gl er’sehen nur die von Fritz Jänecke in Berlin ausge
stellten, welche die bei den Erzeugnissen dieser Firma gewohnte exacte
Ausführung zeigten, und deren Construction bekannt ist.
Von den Druckpressen zu bestimmten Zwecken erwähnen wir be
sonders eine von F. Jänecke in Berlin ausgestellte Coupon -^Numerir-
maschine, welche einer kleinen Handpresse ähnelt, auf deren Fun
damente der Bogen befestigt wird, während fünf sechsziffrige Numerir-
werke, in verticaler Richtung auf- und abgehend, den Druck bewir
ken. Durch an den Karren befestigte stellbare Stifte erhält derselbe
eine absetzende Bewegung, entsprechend den Entfernungen der einzel
nen Zahlen; auch ist für bequeme selbstthätige Transportirung der
Zifferwerke gesorgt. Die ebenso sinnreich construirte wie sauber
und schön ausgeführte Maschine machte einen durchaus günstigen
Eindruck. Billetdruck- und Zählmaschinen waren in sehr schöner Aus
führung von der in dieser Branche hoch renommirten Firma H. Zim
mermann in Berlin und der jüngeren Gaudenberger in Darmstadt
zur Anschauung gebracht.
Was die sonst für den Buchdruck gebrauchten Hilfsmaschinen
anbetrifft, so ist es zunächst bemerkenswerth, dass Setz- und Ablege-
maschinen gar nicht vorhanden waren. Von Schriftgiessmaschinen war
eine von der bekannten Firma Gur sch & Klemm in Berlin ausge
stellt, und hatte die Haas’sehe Giesserei eine solche fürPlacatschriften
exponirt, bei welcher die schnellere Abkühlung durch Wasser bewirkt
wird. Stereotypen-Giessinstrumente waren zwei von Jänecke in Ber
lin und von Rust in Wien und Offenbach vorhanden.