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Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 235
nicht genügt. Die wenigen vorhandenen lithographischen Schnellpressen
dienten daher damals meist nur dem einfachen Notendrücke.
Die Pariser Ausstellung brachte die Erkenntniss der Vortheile
der Tischfärbung, welche in Frankreich schon länger in Anwendung
war, und welche fast alle französischen lithographischen Schnellpressen
besassen. Man führte diese Färbung gar bald in Deutschland ein, und
soviel uns bekannt, war Swiderski in Leipzig einer der ersten, welche
sie bei ihren Pressen anwandten. Die Tischfärbung gestattet 4 bis 6
Auftragwalzen (Voisin hatte in Paris 1867 sogar 11), und vermöge
des vollkommneren Auftragens der Farbe auf den Stein bemächtigte
sich die lithographische Schnellpresse auch des Buntdruckes, in welchem
sie, ebenso wie im besseren Schwarz- und Kreidedrucke, bald so
Vortreffliches leistete, dass sich immer mehr Anstalten zur Aufstellung
solcher Maschinen entschlossen.
Die hauptsächlichste Verbesserung erfuhr die lithographische
Schnellpresse durch den zuerst in England ausgeführten Mechanismus
des mehrfachen Einwalzens des Steins, welches ein Stillstehen des
Cylinders während eines zwei-, drei- und mehrmaligen Durchführens des
Steins unter den Auftragwalzen gestattet, bevor der Druck erfolgt.
Der Stein wird hierdurch viel satter gefärbt, und wenn auch die Anzahl
der Abdrücke dadurch geringer wird, so gewinnt andererseits die mit
dem Anlegen beschäftigte Person die gehörige Zeit und Ruhe zu dem
namentlich für alle feineren Buntdrucke so wichtigen Punktiren. Dieser
Mechanismus des mehrfachen Einwalzens fand sich bei allen ausgestellten
Maschinen mit alleiniger Ausnahme der von P. Alauzet
ausgestellten, was um so mehr befremden muss, als die Franzosen
früher im Fache der lithographischen Schnellpressen den ersten Rang
einnahmen und auf der Pariser Ausstellung schon so hervorragende
Leistungen aufzuweisen hatten.
Wenn im Allgemeinen die typographische und lithographische Schnellpresse
in mechanischer Hinsicht Vieles gemeinsam haben, so liegt doch
ausser in dem erwähnten mehrfachen Einwalzen ein grosser Unterschied
in der Nothwendigkeit des Wischapparates bei der Steindruckpresse,
d. h. des Apparates, welcher den Stein nach jedesmaligem Drucke mit
Wasser netzt. Dieser (Walzen-) Apparat und die vermehrte Anzahl
der Auftragwalzen, welche der Karren zu passiren hat, bedingen einen
viel grösseren Weg des Karrens als bei der Buchdruckpresse, und hierin
liegt ein fernerer Hauptgrund, weshalb die Production der lithographischen
Schnellpressen geringer ist, als diejenige der für Buchdruck bestimmten,
da die Karrenwege bei sonst gleichen Verhältnissen sich
etwa wie 18: 13 verhalten. Wenn diese geringere Leistung wegen des
Punktirens für feinere Druckarbeiten, namentlich für Buntdruck, weniger
eine Rolle spielt, so ist es doch gerechtfertigt, dass man für einfachen
Schwarz- insbesondere für Notendruck das Cylinderfarbwerk