Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 237
Ablegersprossenwelle um 7 /io einer Umdrehung herumdreht. Der lange
Hub des Steinwagens ermöglicht diese einfache Einrichtung, die bei
dem kürzeren Wege des Karrens bei typographischen Pressen ihre
Schwierigkeiten darbieten würde. Bei derselben Maschine war auch
eine Bremsvorrichtung des Schwungrades angebracht und derartig mit
dem Ausrückhebel in Verbindung gebracht, dass beim Ausrücken der
Stillstand in der möglich kürzesten Zeit erfolgt.
Noch über eine bedeutsame Verbesserung, die man an dem Farbwerke
vorgenommen hat, ist hier zu referiren. Anstatt wie fiüher
sämmtliche Auftragwalzen von gleichem Durchmesser zu machen, führt
man dieselben jetzt von allmählich abnehmender Stärke aus und zwar
die nach aussen liegenden am stärksten. Man ahmt hierdurch gewissei -
maassen das Einwalzverfahren der menschlichen Hand bei der Handpresse
nach, welche erst stark aufdrückt, dann schwächer, und zuletzt,
indem sie die Walze nur ganz leicht über den Stein führt, gewissermaassen
das Zuviel an Farbe abhebt.
In Folge dieser an sich vielleicht unbedeutend erscheinenden Verbesserungen
hat man die lithographische Schnellpresse auf eine verhältnissmässig
sehr hohe Stufe der Vollendung gestellt, und man ist geneigt,
anzunehmen, dass sie für die meisten Arbeiten wohl befähigt ist, mit
der Handpresse in Bezug auf Güte der Arbeit zu rivalisiren. Nach
obigen mehr oder minder für alle ausgestellten Steindruckschnellpi essen
geltenden Bemerkungen wird eine blosse Angabe der ausstellenden
Firmen um so mehr genügen, als diese Firmen wohl alle, oder doch
zum grössten Theile, hinsichtlich ihrer Leistungen bekannt sein dürften.
Es hatten lithographische Schnellpressen ausgestellt: Hughes & Kimber
in London, P. Alauzet und Maulde, Geibel & Wibart in Paris,
König & Bauer, Klein, Forst & Bohn in Johannisberg, Swiderski
in Leipzig, Schmiers, Werner & Stein in Leipzig und Sigl in
Wien und in Berlin.
Die lithographischen Handpressen, deren eine grössere Anzahl ausgestellt
war, unter anderen von Gehr. Heim in Offenbach, Hackel
in Leipzig, Gildemeister in Bielefeld und Fichtner in Wien, boten
etwas Neues nicht dar, höchstens kann bemerkt werden, dass bei den
Pressen von Fichtner der Reiber nach erfolgtem Druck nicht nach
oben, sondern nach der Seite aufgeklappt wird. A. Schierwater in
Hamburg hatte bei der lithographischen Handpresse einen automatisch
wirkenden, durch einen Hebel in Bewegung zu setzenden Auftrag- und
Feuchtapparat angebracht, um dadurch die tägliche Production der
Handpresse von 600 Druck auf 1000 zu erhöhen, und auch ungeübte
Arbeiter verwenden zu können.
Ferner war in der französischen Abtheilung eine Presse zum autographischen
Druck mit walzenförmigem Stein ausgestellt, welche etwas
Neues nicht darbot, da schon in Paris 1867 von Sandtner dieses