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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section III. Die Eisenbahntransportmittel. 
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I. Eisenbahnwage n. 
Das Streben für die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes, bedeutend 
gefördert durch die einheitlichen Vorschriften des Vereins deutscher 
Eisenbahn-Verwaltungen, ist bei allen Wagen unverkennbar ausgeprägt 
in der soliden Construction der Untergestelle, welche entweder ganz 
oder doch in den Langträgern aus Walzeisen hergestellt sind. 
Elastische Stoss- und Zugapparate, Achsen aus Gussstahl, oder wenn 
aus Eisen, so doch in angemessener Stärke und richtiger Form, sowie 
gute durch Gehänge solide mit dem Untergestell verbundene Trag 
federn sind allgemein eingeführt. 
Bei den Rädern kommen noch sehr verschiedenartige Construc- 
tionen vor. 
In Oesterreich und Ungarn finden die Schalengussräder, nament 
lich die von Ganz in Ofen, bei Güterwagen noch vielfach Anwendung. 
Man ist fortdauernd bestrebt, dieselben zu verbessern; ob es jedoch 
gelingen wird, Formen und Fabrikationsmethoden zu finden, durch 
welche sie einen gleichen Grad der Sicherheit wie die anderen gebräuch 
lichen Räderconstructionen erlangen, muss in Rücksicht auf die dem 
Eisenguss eigenthümlichen Eigenschaften, namentlich die sich der 
Beobachtung völlig entziehenden Spannungen, bezweifelt werden. 
Die Holz-Scheibenräder (Mansell’s Patent etc.), welche nach 
wiederholten Erfahrungen beseitigt zu sein schienen, finden, namentlich 
wohl wegen ihres geräuschlosen Ganges, immer aufs Neue Freunde. 
Gefahr ist bei solchen Versuchen nicht zu fürchten, weil die Locke 
rung der Holzconstruction sich sehr allmählich einstellt, so dass die recht 
zeitige Auswechslung kaum vernachlässigt werden kann. 
Die am meisten verbreiteten Räderconstructionen sind die Speichen- 
räder mit ganz schmiedeisernem Radstern und die Gnssstahlscheiben- 
räder. Letztere liefern vorzugsweise der Bochumer Verein und 
Krupp in Essen. 
Wahrscheinlich werden auch beide Radconstructionen neben ein 
ander bestehen bleiben. 
Bei einigen Bahnen nimmt man zu den Wagen ohne Bremsen 
Gussstahlscheibenräder und zu den Wagen mit Bremse Speichenräder 
unt Reifen aus Puddelstahl oder Eisen, indem man der Erfahrung Rech 
nung trägt, dass Gussstahlreifen, auf welche Bremsen wirkten, häufig 
Risse bekamen. 
Bei denjenigen Bahnen, welche nur Speichenräder anwenden, werden 
für die Wagen ohne Bremse meist, und theilweise auch für die Wagen 
mit Bremse Reifen aus Bessemer-Gussstahl genommen. 
IG*
	        
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