253
Seotion III. Die Eisenbahntransportmittel.
Kaiser-Ferdinands-Nordbahn: einen Schlafwagen von 25 Bhiss
(7'903 m) Länge für 10 Personen^ von Klett & Co.in Nürnberg nach Angabe
des Centralinspectors Becker ansgeführt. Derselbe ist von dem Stirnende
aus durch seitlich besteigbare geschlossene Plattformen zugänglich.
Der Kasten von circa 8 Fuss (2.529 m) Höhe hat gerade Wände
und trägt nach der ganzen Länge in der Mitte des Daches einen Aufbau
mit Fenstern. Das Innere ist durch eine nahe bis zur Decke reichende
Scheidewand in zwei Hälften getheilt, von denen eine durch zwei Querwände
in drei Coupes getheilt ist, welche durch Thüren in der Längsscheidewand
zugänglich sind und je drei Sitze enthalten, während der
Raum eines vierten Sitzes für einen Klapptisch, auch als Waschtisch
benutzbar, verwandt ist. Aus zwei einander gegenüber befindlichen
Sitzen lässt sich ein Bett herstellen und darüber ist an der Längswand
ein zweites zum Aufklappen eingerichtetes Bett angebracht.
In der zweiten Wagenhälfte ist zunächst ein Gang abgetheilt,
welcher durch die ganze Länge des Wagens führt. Neben dem Gange
befinden sich noch zwei Abtheilungen mit je zwei Sitzen, welche sich
zu einem Bette vereinigen lassen und über denen an der Längswand
ebenfalls Betten angebracht sind, sowie dem dritten Coupe gegenüber
eine Retirade und eine Waschtoilette.
Die Heizeinrichtung ist von Thamm & Rottmüller.
Die an der Decke aufgehängten schweren Betten und die vielen
Theilwände bei der Mehrzahl der Schlafwagen machen einen beengenden
Eindruck, welcher selbst durch ihre grosse Eleganz und Bequemlichkeit
nicht völlig beseitigt wird.
Eine soviel bekannt von der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn ausgegangene
bereits auf vielen anderen Bahnen eingeführte, sehr empfehlenswerthe
Einrichtung der Schubfenster darf nicht unerwähnt bleiben.
Bei derselben wird die nach dem Innern des Wagens gekehrte
Seite.des Falzes, in dem das Fenster gleitet, durch einen Pressrahmen
gebildet, welcher sich oben im Charnier bewegt und unten durch Federn
so gegen den Fensterrahmen gezogen wird, dass er sowohl dicht an
denselben schliesst, als auch das Fenster in jeder Höhe erhält. Aufgeleimte
Lederstreifen machen die Dichtung vollkommen.
Auch die Erste ungarische Waggonbaugesellschaft inPest
hat einen Salonwagen ausgestellt, welcher von der tüchtigen Leistungsfähigkeit
derselben Zeugniss ablegt.
Russland. Lilpop Rauh & Co. in Warschau haben einen gut
ausgeführten offenen Güterwagen ausgestellt. Ferner ist ein sechsrädriger
russischer Wagen III. Classe ausgestellt mit Intereommunication,
nur von einem Stirnende aus zugänglich, innen mit Ofenheizung,
sowie ein sechsrädriger Schlafwagen ebenfalls mit Intercommunication.
Der Gang liegt ausser der Mitte, so dass auf der einen Seite die Breite