254 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
des Coupes noch genügt, um aus den nebeneinander befindlichen Sitzen,
welche sich zu dem Zwecke durch eine einfache Mechanik senken und
gleichzeitig zur Erlangung grösserer Breite sich etwas vorschieben, ein
Fig. 71. Schlaflager zu machen, dessen Länge
quer gegen den Wagen gerichtet ist.
Ferner werden die Rücklehnen der
Sitze in die Höhe geschlagen, an
Riemen -aufgehängt und bilden so
zwei obere Schlaflager, wie nebenstehende
Fig. 71 zeigt.
Auf der anderen Seite des Ganges,
wo in der Breite je ein Sitz
angebracht ist, werden die gegenüberliegenden
Sitze zu einem Schlaflager
vereinigt und ebenso die gegenüber
befindlichen Lehnen zu einem
Lager verbunden. Der Wagen ist
im „Organ für die Fortschritte des
Eisenbahnwesens“ Jahrgang 1873, Seite 130, Tafel XL beschrieben und
abgebildet.
Die Einrichtung ist von Schuberszky angegeben.
Es ist nicht zu verkennen, dass dieselbe sehr einfach und mit wenig
Kostenaufwand auszuführen ist. In jedem gewöhnlichen Coupe lassen
sich auf solche Weise vier Schlaflager herst'ellen und die beengenden
Massen, welche andere Schlafwagen am Tage an der Decke tragen,
fallen fort. Diese Einrichtung dürfte sich deshalb zur weiteren Ausbildung
empfehlen.
Der in der Nachbildung des Mont - Cenis - Tunnels ausgestellte
Personenwagen hat an einem Ende ein Batardcoupe mit drei Sitzen,
welche durch Yorziehen und durch Herunterschlagen der in der Stirnwand
angebrachten Polsterklappen in Schlaflager verwandelt werden
können. Zwischen den Lagern befinden sich erhöhte Tritte, wodurch
das Aussteigen ermöglicht ist, ohne dass die schlafenden Passagiere,
über welche der Aussteigende hinwegtritt, gestört werden. Ueber den
Klappen sind Toiletten angebracht, und unter den Polstern der beiden
äusseren Sitze je eine Retirade. Durch Vorhänge können die einzelnen
Schlaflager von einander abgesondert werden. Der Wagen ist mit
Gas erleuchtet, dessen Reservoir sich im Gepäckwagen befindet. Die
Flammen brannten auffällig unruhig.
Schuberszky hat das Modell einer selbstthätigen Bremse, von
ihm Rundbremse genannt, ausgestellt. Wenn keine ausrückende Kraft
wirkt, wird eine excentrisch aufgehängte Scheibe gegen das zu bremsende
Rad gedrückt, welches dieselbe durch Friction mitnimmt, bis die
Berührung in der Richtung des grössten Durchmessers stattfindet. Das