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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

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Section III. Die Eisenbahntransportmittel. 
Sämmtliche Achsen gekuppelt. Die Endachsen mit ihren Aehs- 
büchsen seitlich verschiebbar, wobei denselben eine genügende Stabilität 
in geraden Bahnen dadurch gesichert ist, dass die Federstützen auf ge 
neigten Flächen gleiten. Wegen dieser Beweglichkeit der Achsen haben 
die Kurbelstangen entsprechende Charniere. 
Diese übrigens nicht neue Construction erscheint auf den ersten 
Anblick rationeller als die bei den weiter unten beschriebenen österrei 
chischen Locomotiven mit vier gekuppelten Achsen, deren Achshälse 
und Kuppelzapfen sich einfach in ihren Lagern verschieben. Nach den 
praktischen Resultaten ist es indessen zweifelhaft, ob nicht dennoch die 
letztere Anordnung den Vorzug verdient. 
Um den Federn der nahe am Feuerkasten liegenden Hinterachse 
dieselbe Länge geben zu können, wie denen der übrigen Achsen, sind 
dieselben, sowie die mit ihnen durch Balanciers verbundenen Federn 
der nächst liegenden Achse, bei den Schneider’schen Maschinen 
ausserhalb der Rahmen angebracht. Unter dem Kessel hergelegte Quer 
träger, welche zu beiden Seiten bis über die Räder hinreichen, stützen 
dort die Federn und übertragen die Last auf die Achsbüchsen durch 
Stützen, welche in gebräuchlicher Weise angeordnet sind. 
Auch diese Construction ist nicht neu, sie findet sich auch bei 
österreichischen Locomotiven, ist aber in Deutschland, soviel bekannt, 
nicht angewandt und verdient Beachtung, weil sie bei Rahmen inner 
halb der Räder und bei kleinem Raddurchmesser einen Theil der Vor 
theile gewährt, welche aussenliegende Rahmen mit sich führen. 
Die innerhalb der Rahmen liegenden Federn der Vorder- und der 
zweiten Achse sind ebenfalls durch Balanciers verbunden. 
Auf die Räder der Hinterachse wirkt eine Spindelbremse. 
Die Steuerungsexentriks sind ausserhalb der Räder auf Rückkurbeln 
angebracht. Die Stellung der Steuerung geschieht mittelst einer 
Schraube. Die Kolbenstangen reichen durch den vorderen Cylinder- 
deckel, welcher zu dem Ende mit einer Stopfbüchse versehen ist. 
Für die Kesselspeisung ist eine Dampfstrahlpumpe und eine 
Kolbenpumpe angebracht. 
Auf die Form der einzelnen Constructionstheile ist grosse Sorgfalt 
verwandt, jedoch ist es dem Constructeur bei den beweglichen Theilen 
nicht durchweg gelungen, sich von der französischen Tradition loszu 
machen. Einzelne dieser Theile, z. B. die Kreuzköpfe, hätten unbeschadet 
der Solidität leichter sein können. Bemerkenswerth ist noch, dass bei 
sorgsamster Bearbeitung doch überall scharfe Kanten und Ecken ver 
mieden sind. 
Die neben dieser Locomotive ausgestellten Schmiedetheile waren 
durchweg vorzüglich.
	        
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