Section III. Die Eisenbahntransportmittel. 263
Die eine dieser beiden Maschinen stützt in ihrer Mitte den Kes
sel mittelst eines Kugelzapfens, die andere stützt ihn zu beiden Seiten
des Feuerkastens mittelst Kreissegmente, welche in gewissen Grenzen
eine Drehung zulassen.
Die äusserst complicirte Construction ist mit vielem Studium und
wie es scheint in ihrer Art gelungen durchgeführt.
Ein Fortschritt ist aber nicht davon zu erwarten.
Wenn das Bestechende der scheinbaren Lösung eines schwierigen
Problems nach einiger Zeit seinen Einfluss verliert und eine ruhige
Prüfung eintritt, wird man finden, dass zwei sechsrädrige Locomotiven
mindestens dasselbe leisten, und
ausser ihrer constructiven Einfach
heit den grossen Yortheil der Theil-
barkeit besitzen, der wie alle klei
nere Einheiten die Möglichkeit zu
lässt, den Aufwand an Kraft besser
dem Bedarf anzupassen, während
andererseits die kleinste Verhält-
nisszahl für. Reparatur und Reser
ven sich auf die Hälfte reducirt.
Erwähnenswerth ist bei diesen
Locomotiven die elastische Aufhän
gung der Bremsklötze mittelst
Kautschukcylinder, deren Uebertra-
gung auf Personenwagen vielleicht
die Unannehmlichkeit des Bremsens
für die Reisenden vermindern könnte.
Die Einrichtung ist in nebenstehen
der Fig. 75 angedeutet.
Societe generale d’exploitation de chemins de fer,
Atelier de Tubize, eine sechsrädrigePersonenzuglocomotive. Fabrik
nummer 177 (Fig. 76 a. f. S.).
Die unter dem Feuerkasten liegende Hinterachse ist mit der Trieb
achse gekuppelt. Die Vorderachse ist Laufachse und die Federn der
gekuppelten Achsen sind auf jeder Seite der Maschine durch Winkel
hebel verbunden. Die Steuerung ist aussenliegend nach dem System
Heusinger von Waldegg.
Die Roste nach Belpaire. Diese Locomotive gehört im Allge
meinen zu den bestconstruirten der Ausstellung.