18 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
und die Feder schliesst das Ventil. Der Moment der Auslösung wird
in aus der Skizze ersichtlicher Weise durch den Regulator bestimmt,
indem derselbe durch einen Winkelhebel die Lage des Drehpunktes
für den Hebel h verändert. Die Steuerung ist ausserordentlich einfach
und gedrängt und vermeidet namentlich auch jeden schädlichen Stoss
auf den Regulator.
Eig. 4.
Wesentlich complicirter als die gebräuchliche Corliss-Steuerung,
allerdings in Gedanke und Ausführung recht elegant, ist der Steuerungs
mechanismus der Maschine von Wannieck 1 ) in Brünn (Patent Wan-
nieck-Köppner).
Wie schon oben kurz angedeutet, liegt dieser Steuerung der
Gedanke zu Grunde, die Auslösung innerhalb eines wesentlich grösse
ren Winkels zu ermöglichen, um so je nach Bedürfniss mit geringe
rer oder grösserer Expansion arbeiten, d. h. innerhalb weiter Grenzen
die Betriebskraft beliebig vergrössern oder verringern zu können. Bei
der gebräuchlichen Corlisssteuernng ist dies bekanntlich nur innerhalb
sehr enger Grenzen (0 bis 0'4, mit einiger Sicherheit sogar nur bis 3 / 8
Cylinderfüllung) möglich; und doch wäre eine solche Variabilität für manche
Fälle sehr erwünscht, namentlich für alle die Branchen, welche häufig
wechselnden Conjuncturen unterworfen, um zu gewissen Zeiten mit ver
doppelten Kräften arbeiten zu können.
Denken wir uns wieder, Fig. 5, eine gewöhnliche Corliss-Steuerung,
so haben wir bereits oben gesehen, däss eine Auslösung bloss möglich
innerhalb des Winkels EOe". Erfolgt dieselbe innerhalb dieses Winkels
nicht, so findet sie für den betreffenden Hub überhaupt nicht statt, die
Klinke bleibt vielmehr auch während des Rückganges der Steuerscheibe
in ihrer Stellung, und es wird folglich das Ventil erst geschlossen in
der zu E symmetrischen Stellung E'; die Maschine arbeitet während
des ganzen Winkels EOE‘ mit vollem Druck, also sehr geringer Ex
pansion. Wäre es nun möglich, ebenso wie auf dem Vorgänge der
0 Zeichnung und Beschreibung Engineering XV, p. 375.