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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinen etc. 23 
Ventil, wobei die in den Gehäusen v 2 befindliche Feder gespannt wird. 
Sobald aber dann der Daumen an der Kante von g abgleitet, wird die 
Feder wieder frei und schliesst das 
Ventil; dabei wird dann auch der 
Hebel wieder in seine alte Stellung 
zufückgeführt. Die Veränderung 
der Expansion geschieht selbstthä- 
tig vom Regulator aus durch Ver 
schieben des Gleitstückes auf h und 
zwar durch einen Hebel, welcher 
mit seinem unteren Ende in die 
Nuth r eingreift. Dadurch wird der 
Moment des Abgleitens, also der Beginn der Expansion bestimmt. 
Die Auslassschieber werden, ebenfalls von der Regulatorachse aus, 
durch eine Curvenscheibe bewegt. Sie befinden sich, entsprechend an 
geordnet wie oben die Einlassschieber, unterhalb des Cylinders im 
tiefsten Punkte desselben, so dass das Condensationswasser durch die 
selben abfliessen kann. Der Condensator der Maschine befindet sich, 
abweichend von allen übrigen Constructionen, innerhalb des hohlen 
Maschinengestelles unterhalb der eingleisigen Führung, und dieses ist 
in Folge dessen natürlich in der Form abweichend von dem der gewöhnli 
chen C o r 1 i s s-Maschine. Der Hohlgusssteg ist aber beibehalten und es bildet 
also nach wie vor das ganze Gestell sammt Condensator ein einziges Guss 
stück. Es ist nicht zu verkennen, das diese Anordnung eine ausserordent 
lich compacte irnd solide Construction der ganzen Maschine ermöglicht und 
dürfte dieselbe deshalb wohl zu empfehlen sein. Auch die Anordnung 
der Steuerung dürfte wohl, wenigstens in Bezug auf die innere Steue 
rung, eine glückliche genannt werden, da die Fächerschieber derselben 
sich wohl jedenfalls mindestens eben so gut halten werden, als die 
gewöhnlichen Corliss-Schieber, aber einfacher herzustellen und anzu 
bringen sind. In Bezug auf die äussere Steuerung allerdings leidet sie, 
so geistreich sie ist, an der zu grossen Häufung der Gelenke; und zu 
dem setzt die Bewegung jedesmal mit einem Stosse an, der weder für 
die Federn noch für die Schieber zuträglich ist und den Gang der Ma 
schine zu einem unangenehm geräuschvollen macht. Durch eine neuere 
Steuerung ist indessen diesen Uebelständen abgeholfen und dürfte die 
Maschine mit dieser Steuerung jedenfalls eine Zukunft haben. 
Weitaus die vorzüglichste der zu dieser Gruppe gehörigen Maschi 
nen ist indessen jedenfalls die Sulzer-Maschine J ). Dieselbe ist in 
zwei Exemplaren vertreten, eine Maschine von 60 Pferden von Gebr. 
Sulzer selbst, und eine Maschine von 45 Pferden von der Maschinen- 
*) Zeichnung und Beschreibung Engineering XV, p. 9 u. 33. Ding- 
ler 207, S. 349.
	        
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