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Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
bei rascherem Gange, nicht leicht Vorkommen können. — Die letzte noch
übrige Maschine dieser Gruppe, ebenfalls mit entlasteten Doppelsitz
ventilen, ist die der S ä c h s i s c h e n M a s c h i n e n fa b ri k, vormals R i c h a r d
Ilartmann, in Chemnitz. Die Ventile sind hier, entgegen der
Sulz er ’ sehen Anordnung, sämmtlich in einem besonderen Ventilgehäuse
an der Seite des Cylinders untergebracht. Sie werden bewegt, wie bei
Sulz er, von einer parallel der Cylinderachse gelagerten Steuerwelle
aus, und zwar die Auslassventile durch Curvenscheiben in derselben
Weise wie oben, die Einlassventile durch Hebel mit Sperrklinken,
welche durch Anstossen an entsprechend geformte Scheiben auf einer
vom Regulator gedreheten Welle früher oder später ausgelöst werden.
Die zweite Gruppe von Maschinen mit vom Regulator abhängiger
vanabeler Expansion fusst auf der bekannten Farcot-Ste uerun g. Zu
dieser Gruppe gehören zwei Maschinen, von denen die eine, eine 12-
pferdige Maschine der Sächsischen Damp fs chiffs-und Maschinen
bau- Anstalt, vormals Otto Schlick, in Dresden, die alte Steuerung
hat, welche aber dadurch innerhalb weiterer Grenzen variabel gemacht
ist, dass derselben noch ein besonderer Expansionsschieber hinzugefügt
ist, welcher auf dem Rücken des Grundschiebers gleitet und selbst
wieder erst die Schleppschieber trägt. Die andere, eine öOpferdige
Maschine von Gebr. Decker, ist weit interessanter. Hier stehen die
Anstossknaggen für die Schleppschieber nicht fest, sonderen werden
von einem zweiten Excenter ebenfalls hin und her bewegt, so dass also
der Moment des Anstossms, und folglich der Schluss der Canäle,
bedingt wird durch die Interferenz der beiden Kurbelbewegungen.
Dadurch und durch die veränderte Form der Anstossknaggen — die
selben bilden einen Keil mit symmetrischen Anstossflächen, welcher
auf einem Quersteg des vom Excenter bewegten Rahmens durch den
Regulator verschiebbar - war es möglich, die Expansionsgrenzen ausser
ordentlich weit aus einander zu ziehen. Bei dem ausgestellten Exem-
plai, einer Condensationsmaschine, ist die Expansion veränderlich
innerhalb der Grenzen 0D5 bis 0'7 Cylinderfüllung, ein Resultat, wel
ches mit so einfachen Mitteln und so präcise von keiner anderen
Steuerung erreicht wird.
Im Aeusseren hat die Maschine den Typus der Corliss-Maschine:
Gestrecktes Hohlgussgestell mit Stegverbindung zwischen Cylinder und
Lager, Condensator als besonderes Gussstück hinter dem Cylinder, Pumpe
getrieben von der rückwärts verlängerten Kolbenstange.
Zur dritten Gruppe gehören die Maschinen mit veränderter
Meyer scher Steuerung. Diese Gruppe umgreift 7 Maschinen, von
denen aber 5 die gleiche Steuerung besitzen.
Die bedeutendste der hierher gehörigen Maschinen ist unstreitig
die SOpferdige Zwillingsmaschine von Sigl in Wien. Die Steuerung
dieser Maschine dürfte von den drei ausgestellten Systemen wohl die ,