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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

30 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
gehoben und gesenkt wird. Es ist aber nur ein Schieber vorhanden, 
welcher «also nur durch Ueberdeckung expandirt. Bemerkenswerth ist 
an der Maschine noch der Regulator; es ist nämlich das Porter’sche 
Beschwerungsgewicht in Form einer Platte ansgeführt, welche auf den 
statt der Kugeln angewandten Walzen der Pendelarme aufliegt, und 
bei einer Bewegung derselben auf ihnen rollt. Die Kurbeln der Ma 
schine bilden einen Winkel von 180 Grad mit einander, eine besondere 
Dämpfkammer ist daher nicht nothwendig. 
Zwei Maschinen endlich haben eine in jeder Beziehung neue 
Steuerung mit Rotationsschiebern. 
Die erstere, von der Maschinen- und Waggonbaufabrik- 
Actiengesellschaft, vormals H. D. Schmid, in Simmering bei 
Wien, hat einen gemeinsamen Schieber für den Dampfeintritt, zwei 
besondere zu beiden Seiten des ersteren liegende für den Dampfaustritt. 
Alle drei werden durch ein gemeinsames Räderwerk, welches allerdings 
10 Räder, darunter 5 conische, enthält, von der Hauptwelle aus getrieben 
und drehen sich einmal, wenn die Welle sich zweimal dreht. Die nach 
den beiden Cylinderenden führenden Canäle münden in den Sitz des 
Dampfeintrittshahnen unter rechtem Winkel gegen einander, und der 
Hahnschlüssel, ein Hohlconus, hat zwei einander gegenüber liegende 
Oeffnungen, so dass also nach jeder Vierteldrehung eine derselben 
abwechselnd einem der Canäle gegenüber steht und dem von innen 
zuströmenden Dampfe den Durchgang gestattet. Innerhalb desselben 
befindet sich ein zweiter, ähnlicher Conus, welcher von der durch ihn 
hindurch gehenden Regulatorachse mit derselben Geschwindigkeit, aber 
in entgegengesetzter Richtung gedreht wird, wie der erstere. Arbeitet 
die Maschine ohne Expansion, so schliessen beide Hahnen, der innere 
gegen den äusseren, der äussere gegen den Canal zu gleicher Zeit ab. 
Durch den Regulator wird aber der innere Conus gegen die Regulator 
achse, und so indirect auch gegen den äusseren Hahn verdreht und 
dadurch die Expansion herbeigeführt. Die Ausgangscanäle zweigen 
sich von den Eingangscanälen vor deren Mündung in das Gehäuse des 
Einlasshahnen ab; sie haben je einen geraden Durchgangshahn, und 
hinter diesem vereinigen sie sich zu einem Dampfmantel für den Ein 
lasshahn, von welchem aus dann der Dampf durch das Ausblaserohr 
entweicht. 
V eit einfacher ist dagegen die Steuerung der Maschine von D i n g 1 e r 
m Zweibrücken nach dem Systeme von L. Ehrhardt 1 ). Die Maschine 
ist eine Woolf’sche, deren Kurbeln unter 180» stehen. Die Kolben 
gehen also entgegengesetzt und es bedarf keiner besonderen Dampf- 
) Zeichnung und Beschreibung Engineering XVI, p. 163. (Letztere 
eine Uebersetzimg der sehr interessanten von Ehrhardt verfassten Bro 
schüre. Zweibrücken 1872. Druck von A. K r a n zbii hl er)
	        
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