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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinen etc. 35 
weniger Reparaturen ausgesetzte Maschine zu besitzen; und dies dürfte 
hei jeder anderen Construetion eher, als bei der besprochenen der 
Fall sein. 
Von grösseren Pump werken endlich sind drei vorhanden: zwei 
für die Wasserversorgung der Ausstellung und eines für die acht Fon- 
tainen vor dem Südportale. 
Für die Wasserversorgung sind zwei von einander getrennte 
Wasserwerke vorhanden; das eine mit einem Hochdruckbassin für die 
Hydranten und die hydraulischen Hebevorrichtungen in der Rotunde, 
die hydraulischen Motoren etc., das andere mit nur geringem Drucke 
für die Kesselspeisung und sonstige Zwecke. 
Das Pumpwerk für die Hochdruckleitung*) ist, ebenso wie der 
zugehörige Wasserthurm, gebaut von der Ersten Brünner Maschi 
nenfabrik. Dasselbe enthält zwei Corliss-Maschinen, die durch eine 
gemeinsame Schwungradwelle zu einer Zwillingsmaschine vereinigt 
sind. Die doppelt wirkenden Pumpen liegen hinter den Cylindern und 
werden direct von der nach rückwärts verlängerten Kolbenstange aus. 
getrieben. Cylinder und Pumpenkörper sind durch solide Zugstangen 
mit einander verbunden, bilden aber im Uebrigen von einander ge 
trennte Gussstücke. Die Cylinder haben einen Durchmesser von 480 mm 
und die Pumpen einen solchen von 295 mm; der gemeinsame Hub ist 
l'065m. Die Saughöhe beträgt 5'69 in fl8' österr.) und die Druckhöhe 
47-4 m (150 / österr.), so dass also die gesammte Hubhöhe 53'09 m be 
trägt. Die Maschinen arbeiten ohne Condensation, der Dampf wird 
aber vor seinem Austritte in die Atmosphäre durch einen cylindrisehen 
Vorwärmer geleitet, welcherUnterhalb des Podiums zwischen den Cy 
lindern. liegt. Da die Arbeit der Maschinen bei einer gewissen Ge 
schwindigkeit nahezu stets die gleiche ist, so ist der Regulator fort 
gelassen, und die Auslösemesser der Steuerung werden durch ein be 
sonderes Hebelwerk von Hand eingestellt. 
Das Pumpwerk für die Niederdruckleitung ist gebaut von E. Pr li 
nier in Lyon. Es enthält wie das obige zwei Maschinen, welche aber 
hier vollkommen unabhängig von einander, und von denen in der 
Regel bloss eine arbeitete, während die andere als Reservemaschine 
diente. Die Maschinen selbst haben höchst eigenthümliche und recht 
complicirte Construetion. Es sind stehende Maschinen mit einem 
Dampfcylinder und zwei unterhalb desselben unter einander und mit 
ihm in derselben Achse liegenden Pumpencylindern. Die Schwung 
radwelle liegt ganz hoch oben über dem Dampfcylinder. Sie, hat zwei 
Schwungräder mit Kurbeln an beiden Enden und qine Kröpfung in der 
Mitte für den Cylinder. Kröpfung und Kurbeln stehen einander gegen- 
*) Zeichnung und Beschreibung Engineer 35, p. 381. Engineering 
XVI, p. 242. 
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