3G Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
über. Letztere bewegen durch zwei gleiche nach unten gehende
Pleuelstangen ein Querhaupt zwischen Cylinder und dem oberen l’umpen-
cylinder, an welches die Kolbenstange für diesen letzteren angeschlossen
ist. Diese ist hohl gemacht und durch sie hindurch geht die nach
unten verlängerte Kolbenstange, die zugleich Kolbenstange für den
unteren Pumpencylinder ist. Die Steuerung geschieht durch zwei Schie
ber, die von der Schwungradwelle aus durch Curvenscheiben bewegt
werden. Die Maschine ist für ein Pumpwerk wohl entschieden zu
complicirt, und bei etwa nöthigen Reparaturen namentlich so schwer
zu demontiren, dass eine Reservemaschine absolut nothwendig ist.
Das dritte Pumpwerk endlich, für die Fontainenanlage im Aus
stellungspark, ist gebaut von Gebr. Decker in Cannstatt. Es besteht
aus zwei sehr grossen Exemplaren der von der Firma in sehr ver
schiedenen Grössen ausgeführten direct wirkenden Pumpen ohne Rota
tion (Baumann’s Patent). Dieselben sind nicht für diese Anlage
gebaut, sondern für eine unterirdische Pumpenanlage in einem Berg
werke bestimmt, und sind daher für die gegenwärtige Arbeit weitaus
zu gross. Dampf- und Wassercyliiider haben einen Durchmesser von
400 mm bei 940 mm Hub und die Kolben machen im Durchschnitt
10 Doppelhübe pro Minute. Der Windkessel ist aus schmiedeisernen
Platten gebildet und steht zwischen beiden Maschinen.
Alle drei besprochenen Pumpwerke befanden sich m besonderen
Gebäuden; das erstere an der westlichen, das zweite an der östlichen
Seite der Maschinenhalle, das letztere in der Nähe des Jurypavillons.
In der Maschinenhalle selbst befanden sich dann noch eine Reihe
grösserer oder kleinerer Dampfpumpen, die ich sogleich hier anschliessen
will; ich beginne dabei, wieder mit Amerika. _
Es sind zwei Firmen, welche hier vertreten sind: Die Nor walk
Irou Works Company und A. Carr in Newyork.
Erstere sendet zwei Exemplare der Baumann’schen Pumpe, dei-
selben, die bei uns Decker in Cannstatt baut, und von welcher bereits
oben die Rede war. Carr hat zwei verschiedene Systeme ausgestell,
beide bezeichnet als „Seiden Pump“; und zwar ,st die grossere speciell
bestimmt für unterirdische Pumpenanlagen in Bergwerken ’), die kleinere
zur Wasserhebung, Kesselspeisung etc. Beide Pumpen haben wie die
obige keine Rotation; die erstere hat zwei einfach wirkende 1 urnpen-
cylinder, die letztere einen doppeltwirkenden. Die Steuerung geschieh
in eigentümlicher Weise von der gemeinsamen Kolbenstange aus.
Auf diese ist in der Mitte zwischen beiden Cylindern ein Wulstring
aufgesetzt, welcher an den curvenförmig gebogenen horizontalen Armen
eines T-förmigen dreiarmigen Hebels entlang streift, diesen dabei m
i) Skizze und Beschreibung dieser Pumpe: American Artizan 16,
p. 200. Scientific American 28, p. 210.