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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

56 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
und aus dieser resultirt wiederum ein entsprechender Druck auf die 
Schraubenflächen, welcher die Drehung des ganzen Systems veranlasst. 
Siemens erklärt die Bewegung nur aus dem Drucke des Dampfes j 
gegen die Schraubenfläche; dieser resultirt aber erst aus der Schwer 
punktsverlegung, und in der That ist die Schwerkraft der Flüssigkeits 
masse die einzige äussere Kraft, und nur von einer solchen kann 
hier die Bede sein. Geweckt wird dieselbe allerdings erst durch die 
innere Kraft der Spannkraft des Dampfes. 
Bei der Bewegung schraubt sich der Dampf aus sämmtlichen Gän 
gen in den oberen, von Flüssigkeit freien Theil, während diese selbst 
wegen der eigenthümlichen trichterförmigen Gestalt der Gänge an die 
ser Bewegung nicht Theil nimmt, sondern in Ruhe bleibt. Von hier 
gelangt sie in den Condensator. Dieser ist sehr sinnreich und wirklich 
absolut neu. Er besteht aus einer Kupferschlange, die in demselben 
Sinne gewunden, wie die innere Spirale. Der in das Rohr eintretende 
Dampf wird an der grossen Oberfläche desselben condensirt, dann aber 
indem das Rohr als Spiralpumpe wirkt, in den Generator selbst zurück 
gefördert. 
Das Ganze ist hermetisch verschlossen, nachdem vorher durch Aus 
kochen sämmtliche atmosphärische Luft entfernt, der Siedepunkt also 
bedeutend herabgezogen ist. 
Der zweite Sie me ns’sehe Motor beruht, wie bereits bemerkt, 
ebenfalls auf Schwerpunktsverlegung, ist also im Principe mit obigem 
identisch. Er besteht aus einem kesselförmigen Gefässe, welches eben 
falls auf geneigter Achse montirt und durch Zwischenräume in drei 
concentrische Theile getheilt ist, einen gekühlten (inneren), einen 
heissen (äusseren) und einen zwischen beiden gelegenen dritten, wel 
cher eine Isolirschicht zwischen denselben bildet. Der heisse Raum 
sowohl als der kalte sind durch radiale Zwischenwände derart in ein 
zelne Kammern getheilt, dass diese letzteren im unteren Theile eines 
jeden Raumes mit einander communieiren. Oben ist je ein heissesFach 
durch einen Canal mit einem um Ve des Umfanges weiter liegenden 
kalten verbunden, und das Ganze ist soweit mit Wasser gefüllt, dass 
sämmtliche Kammern unter Wasserverschluss stehen. Die Flüssigkeit 
steht zunächst in allen Kammern eines Raumes gleich hoch und zwar 
ist der von derselben gefüllte Theil des Faches um so grösser, die zur 
Erwärmung resp. Abkühlung der Luft disponible Oberfläche also um 
sö kleiner, je näher dasselbe der unteren Hälfte einer durch die Achse 
gehenden Verticalebene liegt. In zwei mit einander communicirenden 
Fächern überwiegt folglich die gekühlte Fläche, wenn das heisse, die 
heisse, wenn das gekühlte Fach weiter unten liegt, und in ersterein 
Falle wird folglich die Luft minder stark erhitzt und hat daher gerin 
gere Spannkraft, als im letzteren; im ersteren Falle wird daher auch 
weniger Wasser verdrängt.
	        
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