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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section II. a. Werkzeugmaschinen. 67 
war hier an einem Lederriemen befestigt, welcher auf eine oberhalb 
der Führung angeordnete Rolle lief; letztere war beim Niederfallen des 
Hammers frei drehbar, konnte aber abwechselnd mit einer rechts und 
einer links umlaufenden Riemscheibe gekuppelt werden, was durch 
einen besonderen (von Hand oder vom Fallgewicht selbst bewegten) 
Mechanismus vermittelt wurde. Hierdurch war erreicht, dass das Fall 
gewicht unmittelbar nach Ausübung seines Schlages und ohne etwa 
ein zweites mal aufschlagen zu können wieder aufgezogen wurde, indem 
die Rolle beim Aufwickeln des Riemens in derselben Drehungsrichtung 
verbleiben konnte, nach welcher ihre Bewegung bei der Abwickelung 
erfolgt war. Dieser Hammer hatte schmiedeiserne Coulissen. 
Ausserdem war der von 1867 her bekannte Federhammer (dead 
streike liammer) von Shaw & Justice in Philadelphia in einigen Imi 
tationen vertreten, so durch F. X. Hon er in Regensburg, welcher der 
Führung des Hammerkopfes eine verbesserte Form gegeben und die 
Veränderung der Spielzahl durch Gebrauch einer Bremse (statt durch 
Aenderung der Riemenspannung) vermittelt hatte. 
Dagegen war von Daumenhämmern und Frietionshämmern 
auf der Ausstellung nichts zu finden. 
Unter den stationären Schmiedefeuern verdient das von der 
Kaiser-Ferdinand-Nordbahn exponirte gusseiserne Schmiede- 
fener, construirt von dem Ingenieur Ed. Rotter, wegen seiner ein 
fachen und eleganten Anordnung besondere Beachtung. Dasselbe ist 
in der angefügten Fig. 1 4 (a. f.S.) in V20 der wirklichen Grösse dargestellt. 
Das Feuerbecken a ist von vierseitig pyramidaler Form; dasselbe wird 
durch einen festen auf sechs angeschraubten Füssen sitzenden Rahmen b 
getragen; die Windzuführung erfolgt central von unten durch leicht 
auszuwechselnde Düsen c mit ein oder zwei Schlitzen nach System 
Rathgeb. Kohlen- und Kokskasten dd sind rückwärts in den Rahmen 
eingesetzt, der Löschtrog e ist an der Vorderseite angeschraubt. Bei 
/ befindet sich der Windabsperrschieber. Alle Theile sind leicht zu 
montiren und auszuwechseln; die Aufstellung und Versetzung erfolgt 
mit der grössten Leichtigkeit, da keinerlei Mauerung erforderlich ist. 
Die Herstellungskosten sind um Vs geringer, als bei allen anderen 
Systemen. Ein kleines Feuer von den in die Skizzen eingeschriebenen 
Dimensionen wiegt 14 Centner und kostet fertig und montirt 294 Rmk. 
Schmiedefeuer dieser Art sind in der Floridsdorfer Haupt-Loco- 
motiv-Reparaturwerkstätte, der Floridsdorfer Wagenwerk 
stätte und der Ostrauer Reparaturwerkstätte in Anwendung. 
Transportable Schmiedefeuer (Feldschmieden) fanden sich 
an allen Orten und Enden der Ausstellung in ermüdender Unzahl; die 
zierlichste Anordnung, bei welcher der Wind mittelst eines kleinen 
Roots’schen Gebläses erzeugt wurde, entstammte der Mannheimer 
Maschinenfabrik. 
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