Section III. Strassen-, Brücken- u. Eisenbahnbau. 397
Wie hei den Drehscheiben ist es auch bei den Brückenwagen sehr
angenehm, wenig tiefe Gruben dafür zu haben. In dieser Beziehung
haben Eugene Rolin & Co. aus Belgien sich ausgezeichnet und die
Fortschrittsmedaille errungen. Ihre Wage für Eisenbahnwagen ist in
ein gusseisernes Gehäuse eingeschlossen, das gerade so wie bei Dreh
scheiben auf kleineren Bahnhöfen direct verlegt werden kann. Es wird
keine weitere Fundation als vier Mauerwürfel in den Ecken verlangt;
die geringe Höhe des Gehäuses wurde dadurch erzielt, dass das ganze
Hebelwerk nicht unter, sondern neben die Brücke gelegt wurde. So
ist es auch noch viel zugänglicher als das höherer Constructionen. Die
auf einander folgenden Hebelübersetzungen sind 2V 2 . 20 . 2 = 100.
Die Länge der Brücke ist 4'26 in die grösste Tiefe unter Schienen
unterkante 0'55 m. Die Stellvorrichtung scheint sehr solide zu sein.
Die Tragfähigkeit beträgt 30 000 Kg.
Unter den übrigen in ziemlicher Menge ausgestellten Brücken
wagen könnte man ihrer soliden und einfachen Construction wegen
noch die von Schenck, Mohr & Elsässer in Mannheim hervorheben.
Ihre Tragkraft war auf 4000 Kg angegeben. Sie gestattet das Dar
überfahren mit Locomotiven.
Für Lastenkrahne hat Herr Hohenegger bei der Oesterreichischen
Nordwestbahn eine Vorrichtung eingeführt und sich in Oesterreich-Un
garn patentiren lassen , um eine Ueberlastung der Krahne unmöglich
zu machen. Das Ende der Kette wird nicht unwandelbar an dem Kopfe
des Auslegers befestigt, sondern mittelst zweier Evolutfedern aufgehängt,
welche, sobald Ueberlastung eintritt, sich zusammenziehen, Brems
klötze an die Kettenrolle andrücken und so die Hebung der allzugrossen
Last verhindern.
12. Schmalspurige und andere Eisenbahn
systeme.
Nachdem die wesentlichsten Erscheinungen im Gebiete des Stras
sen- und Brückenbaues sowie der grossen Eisenbahnen verzeichnet
worden, mögen zum Schluss noch die Bemühungen einen Platz finden,
die gemacht sind, um Eisenbahnen im Kleinen zu betreiben und sie
auf beliebig gekrümmte Wege zu leiten. Ein Beispiel schmalspuriger
Eisenbahnen führt die Oesterreichische Staatseisenbahngesellschaft vor,
indem sie Situationsplan, Längenprofil und Erläuterungsbericht der
Schmalbahn Rosisza ausstellt. Dieselbe hat eine Spurweite von
0'95 m, eine Oberbaukronenbreite von 2 m und eine Totallänge von
12-28 Km., mit Zweigbahn 16’59 Km. Da der Unterbau einer vorhan
denen Strasse für dieselbe benutzt wurde, so erhielt sie Krümmungs-