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Full text: Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

318 Gruppe XVIII. Bau- u. Civil-Ingenieurwesen. 
einen Flantsehe sind zwei stark hakenartige Ansätze gegossen, zwi 
schen welche der Flantsch des benachbarten Rohres eingeschoben wird. 
Zwei schmiedeiserne Keile bilden die Verbindung. 
Diese Construction erlaubt eine kleinere Bewegung im horizontalen 
Sinne, ohne die Dichtigkeit des Schlusses zu beeinträchtigen. 
Somze Lion zu Brüssel. Verbindung gusseiserner Röh 
ren durch Muffen mit Zuhilfenahme eines Gummiringes. 
Durch entsprechende Ausbildung der Gestalt des Röhrenendes wird es 
ermöglicht, ein im Querschnitt kreisförmig ringförmiges Gummistück 
beim Unterschieben des Muffenendes des benachbarten Rohres in den 
Zwischenraum der Muffe als Dichtung einzubringen, indem der Ring 
sich in seinem Querschnitt um so flacher ausbreitet, je weiter die Röhren 
übereinander geschoben werden. Solche Röhrenverbindungen behalten 
eine gewisse Beweglichkeit und erfordern nur kurze Herstellungszeit. 
Die lirma fertigt dergleichen Röhrenverbindungen in grosser Zahl. 
Galasse-Ketin zu Molenbeek-Saint-Jean bei Brüssel: Röhren 
verbindungen. Die Enden der Röhren haben weder Muffen noch 
Flantschen, nur sind an der cylindrischen Oberfläche einige kleine ring 
förmige Vertiefungen eingegossen. Ueber die Röhrenenden wird eine 
doppelt-conische Bleimuffe, welche einen der gusseisernen Röhren wand 
entsprechenden Vorsprung besitzt, gelegt und über diese Bleimuffe 
werden wieder zwei schmiedeiserne Ringe geschoben, die angetrieben und 
verstemmt werden. 
Die Verbindung ist dicht und erlaubt einige Beweglichkeit, man 
kann eine einzelne Röhre leicht auswechseln und etwaigen Mängeln 
leicht abhelfen, da die. Dichtungsconstruction aussen liegt. 
Wasserversorgungen für ganze Städte hatten nur Paris 
und Hamburg ausgestellt. 
Wasserversorgung der Stadt Paris. 
Paris ist bisher aus verschiedenen Leitungen, doch unvollkommen 
und ungenügend versorgt gewesen. In neuerer Zeit hat diese Stadt 
jedoch sehr ausgedehnte Arbeiten unternommen, um von den Quellen 
gebieten entfernter Flüsse eine grosse Menge reinen und gesunden Wassers 
herbeizuleiten, so dass in Kurzem Paris zu den am besten versorgten 
grossen Städten zählen wird. Die Administration von Paris hatte in 
einer Menge von Zeichnungen, Photographien, Modellen und Beschrei 
bungen den Betrieb ihrer Wasserversorgung ausgestellt. Zu den älteren, 
jedoch jetzt theils neu gebauten, theils verbesserten Anlagen gehört die 
Pumpmaschine zu St. Maur, durch welche in 24 Stunden etwa 
4000 cbm Wasser der Marne in das Bassin von Menilmontant 75 m 
hoch gehoben wird. Die Pumpen werden durch mehrere Girard’sche
	        
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