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Full text : Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

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Section  II.  Wasserbau.
von  075  m  bis  höchstens  1'10  m  Tiefgang  jene  Strecke  durchlaufen
und  die  Canalschiffe  von  V10  bis  U40  m  Tauchung  waren  beim  Eintritt ­
  in  die  erwähnte  Stromstrecke  genöthigt,  die  Ladung  theilweise  zu
löschen;  die  Bergfahrt  seihst  konnte  nur  mit  leeren  Fahrzeugen  ausgeübt ­
  werden.  Seither  ist  nun  diese  Flussstrecke  duich  Eihauung
von  17  beweglichen  Wehren  auf  der  Yonne  und  12  dergleichen  auf  der
Seine  für  Fahrzeuge  von  P20  bis  P50  m  Tiefgang  zugänglich  geworden.
Ausserdem  wurden  zur  Umgehung  von  Stromhindernissen  zwei  Seitencanäle ­
  zur  Yonne  erbaut.
Jedes  Wehr  enthält  drei  verschiedene  Theile,  ein  festes  Wehr
mit  seiner  Krone  0-50  m  über  dem  niedrigen  Wasser,  einen  Schiffsdurchlass
mit  seiner  Schwelle  0’50  bis  0’60  m  unter  dem  niedrigen  Wasser,  und
eine  Schifffahrtsschleuse.  Die  beiden  ersteren  Abtheilungen  sind  mit  beweglichen ­
  Wehrklappen,  meistens  nach  dem  bekannten  C  h  a  rfo  i  n  e  ’  sehen
Systeme  besetzt  und  so  hoch,  dass  das  Stauwasser  am  Fus.se  des^  vorhergehenden ­
  Wehres  noch  eine  Wassertiefe  von  U60  m  zeigt.  Neuerdings ­
  hegte  man  die  Absicht,  die  Wassertiefe  für  Schiffe  von  2  m  Tiefgang
  zu  vergrössern.
Ohne  auf  die  Einzelheiten  der  Construction  einzugehen,  sei  erwähnt, ­
  dass  die  Schifffahrt  durch  die  Schleuse  so  lange  geht,  als  nicht
der  Wasserstand  im  Flusse  ohne  die  Wehre  die  nöthige  Wassertiefe
bietet.  Bei  Hochwasser  werden  die  Klappen  und  die  zu  ihrer  Bedienung
nöthigen,  auf  schmiedeisernen  umlegbaren  Bockgestellen  errichteten
Laufbrücken  auf  den  Boden  des  Wehrs  niedergelegt.  Unter  den  beweglichen ­
  Wehren  zeichnet  sich  das  von  Port  ä  1  Anglais  bei  Paris
durch  eine  grosse  Stauhöhe  aus;  es  besitzt  Wehrklappen  von  3  70  m
Höhe.
Einrichtungen,  welche  die  Wehrklappen  durch  die  Wasserstände
selbstthätig  umlegen,  haben  sich  nicht  bewährt  und  sind  fortgenommen ­
  worden.  Man  beabsichtigt  die  Bedienung  der  Wehre  durch  elektrische ­
  Telegraphie  wesentlich  zu  vervollkommnen.  In  den  Einrichtungen ­
  zur  Schiffbarmachung  der  Seine  und  der  A  onne  ist  der  Technik  ein
höchst  schätzbares  Mittel  gewonnen  worden.,  um  Flüsse  mit  geringen ­
  Wassermengen,  besonders  dann,  wenn  sie  ein  geringes  Langengefälle ­
  besitzen,  der  grösseren  Binnenschiffahrt  ständig  zugänglich  zu
machen.
An  einem  Wehr  in  der  Yonne  (barrage  de  l’ile  brulee)  sind  die
Chanoine’schen  Wehrklappen  durch  andere  Klappen  nach  der
Erfindung  von  Grirard  ersetzt,  welcher  die  Aufrichtung  der  Wehrklappen ­
  vom  Ufer  aus  vermittelst  hydraulischer  Pressen  bewerkstelligt.
Jede  der  sieben  hölzernen  Klappen  von  3'52  m  Breite  und  l'97mHohe
ist  am  unteren  Ende  in  horizontaler  Achse  drehbar;  zu  jeder  Klappe  gehört ­
  eine  des  Frostes  wegen  unterWasser  liegende  hydraulische  PresB.e,
welche  in  geeigneterWeise  die  Klappe  emporhebt  oder  niederlegt.  Die
            
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