336 Gruppe XVIII. Bau- u. Civil-Ingenieurwesen.
zur Bedienung der hydraulischen Pressen gehörigen kupfernen Röhren
führen zu einer Pumpe mit Accumulator, welche von einer durch das
gestaute Wasser gespeisten Turbine in Bewegung gesetzt wird.
Diese in Modell ausgestellte Anlage, welche in Betrieb ist und sich
bisher bewährt zu haben scheint, ist jedoch verhältnissmässig theuer
und leidet gewiss an den Nachtheilen einer grossen Complicirtheit
und der Schwierigkeit bei etwaigen Ausbesserungen.
Rine wichtige und eigenthümliche Art von Flus sbau ten stellte
die Schweiz aus in den Schriften und Zeichnungen über die Ver
bauung des Alberti-Baches in Davos, des Rufi tob eis Archa
Gr an da in Valcava (beide in Graubünden), der Gürbe (in Bern);
des Glenner, der Nolla und mehrerer anderer Flüsse.
Die Wasserläufe und Gebirgseinrisse in den steilen Alpen der
Schweiz sind die Wege der durch die Einflüsse der Verwitterung und
der Strömung in grossen Massen von den Felsgebirgen sich lösenden
Steine und Gerolle. Bei kleinen Wassern bleiben diese Massen in den
Betten der Sturzbäche liegen und häufen sich in denselben an. Bei
heftig zuströmenden Wassern während grosser und hier schnell ab-
fliessender Niederschläge oder bei Schneeschmelzen kommt es vor, dass
die ganze von Wasser durchzogene und durch den Thongehalt in brei
artige Consistenz versetzte Schuttmasse sich plötzlich in Bewegung
setzt, mit unaufhaltsamer Gewalt in die tieferen Thäler sich ergiesst
und die kostbaren Acker- und Wiesenflächen überschüttet. Um diesen
zerstörenden Wirkungen, den sogenannten Murgängen oder Schütt
walzen, entgegen zu treten, hat man in den hoch über Thal lie
genden Einrissen der Wildwasser das Längengefälle durch Wehrbildun
gen stufenartig gebrochen, indem man unter Benutzung der zur Hand
liegenden grossen Felsbrocken Trockenpackungen mit Flügeln und
Sturzbetten ausgeführt hat. Hierdurch wird die Bewegung der gros
sen Felsstücke gehemmt, den kleineren hingegen die ununterbrochene
Abführung in die Ihäler bei den durch die Wehrbauten erzeugten ge
ringeren Geschwindigkeiten in ganz ungefährlicher Weise gestattet.
Wenn auch nicht behauptet werden kann, dass die beschriebene
Behandlung der Wildbäche der Schweiz eigenthümlich ist, vielmehr
eine ähnliche Bauausführung vorher in Tyrol (Innthal und in den fran
zösischen Hochalpen, Thal der Durance) ins Leben getreten ist, wenn
auch ferner nicht verkannt werden kann, dass eine stete Unterhaltung
und Erhöhung der Werke durch Verwendung der durch Verwitte-
rungsprocesse immer neu sich bildenden Felsblöcke nöthig sein wird,
so ist die in bedeutender Ausdehnung unternommene und gelungene
und für die Wohlfahrt der Bewohner des Gebirgslandes segens
reiche Arbeit in hohem Grade als wichtig und anerkennenswerth zu
betrachten.