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Full text : Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

342  Gruppe  XVIII.  Rau-  u.  Civil-Ingeuieurwesen.
des  Gefässes  mitzuheben  bat,  und  wenig  fördernd;  sie  wird  nur  bei
verbaltnissmässig  kleinen  Arbeiten  verwendet.
2.  Der  schwimmende  Bagger  arbeitet  streifenweise  das  Ufer  ab,
das  Erdmaterial  wird  in  einen  Kasten  am  oberen  Ende  der  Baggerkette ­
  entleert,  daselbst  durch  ein  mit  Schöpfgefässen  versehenes  ,  senkrechtes, ­
  aber  quer  gegen  die  Längenrichtung  des  Baggers  gestelltes
Rad  gehoben  und  durch  eine  Schuttrinne  in  die  Wagen  gefördert.
3.  Aehnlich  der  eben  beschriebenen  Einrichtung.  Die  Erde  wird
jedoch  statt  mittelst  eines  Heberades  durch  eine  horizontale,  mit  Blechgelassen
  besetzte  endlose  Kette  seitwärts  in  die  Bahnwagen  gefördert.
4.  Die  Grabmaschine  (excavateur)  ist  eine  Baggermaschine,  welche
auf  einem  grossen  Bahnwagen  ruht,  der  dicht  am  Ufer  auf  drei  Schienen ­
  sich  bewegt.  Die  Eimerkette  läuft  senkrecht  zur  Bahn,  aber  schräg
in  der  Richtung  des  natürlichen  Böschungswerkes  des  Erdmaterials;
die  Bewegungsrichtung  der  Eimer  ist  der  gewöhnlich  bei  Baggern
angewendeten  entgegengesetzt,  so  dass  die  gefüllten  Eimer  unten  liegen
und  über  die  ganze  Böschungslinie  hingleitend  (abhobelnd)  reichlich
Gelegenheit  finden  sich  zu  füllen.  Die  Eimer  lassen  ihren  Inhalt  landseitig ­
  in  eine  Schuttrinne  durch  eine  sinnreiche  Vorrichtung  in  der  Art
fallen,  dass  ein  Theil  des  Bodens  des  Eimers  sich  öffnet.  Es  hat  nämlich ­
  der  Eimer  die  Länge  von  zwei  Gliedern  der  Kette,  ist  aber  nur  an
einem  Gliede  befestigt,  während  der  zu  öffnende  Boden  mit  dem  benachbarten ­
  Gliede  zusammenhängt.  Wenn  nun  die  Baggerkette  sich  über
die  obere,  treibende,  sechseckige  Welle  schlingt,  muss  sich  die  Bodenplatte ­
  gegen  den  Eimer  entsprechend  bewegen  und  so  das  Erdmaterial
in  die  Schuttrinne  abfallen  lassen.
Diese  Maschine  arbeitet  vortrefflich  in  losem  Erdreiche,  setzt  aber
voraus,  dass  die  Schienenbahn,  auf  welcher  sie  läuft,  hergestellt  werden
kann,  sie  dient  sowohl  zum  Aushub  im  Trocknen  als  im  Wasser.  Bei
Ausgrabung  breiter  Flächen  muss  die  Schienenbahn  nach  und  nach
entsprechend  umgelegt  werden,  wenn  ein  Streifen  abgearbeitet  ist.
Dieses  Schienenverlegen  ist  ziemlich  die  einzige  Arbeit,  welche  von
Menschenhand  ausgeführt  wird.
5.  Eine  gewöhnliche  schwimmende  Baggermaschine  entleert  die
geförderte  Masse  in  entsprechend  mit  Brettern  ausgekleidete  Baggernachen. ­
  Diese  werden  ans  Ufer  zu  einer  zweiten,  feststehenden,  mit
vielen  dichtgestellten  Eimern  versehenen  Baggermaschine  gebracht,
woselbst  das  Material  zum  zweiten  Male  gehoben  und  in  bereit  stehende
Erdtransportwagen  geschüttet  wird.
Diese  Combination  wird  als  ganz  besonders  fördernd  und  billig
von  den  Unternehmern  gerühmt.
Zur  Bewegung  der  vielen  Transportschiffe  dienen  Dampfschleppschiffe ­
  mit  Schaufelrädern,  mit  Schrauben-  und  mit  Kettenbewegung.
            
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