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Full text: Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

Section II. Wasserbau. 
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Eine wissenschaftliche Arbeit, welche Gegenstand der Ausstellung 
war, von Gustav Wex, k. k. Ministerialrath etc., findet vielleicht hier 
die geeignetste Stelle zu ihrer Besprechung. 
Ueber die Wasserabnahme in den Quellen, Flüssen und Strö 
men bei gleichzeitiger Steigerung der Hochwasser in den 
Culturländer n. . 
Der Verfasser zeigt in Schrift und Bild das gleichzeitige Bestehen 
oben genannter Erscheinung bei allen Strömen Europas, an welchen 
überhaupt Wasserstandsbeobachtungen gemacht worden sind; überhaupt 
bei allen Strömen der Culturländer der Erde. Die Ursache hiervon ist 
bekanntlich vorzugsweise die zunehmende Entwaldung und die schnel 
lere Abführung des Wassers in den regulirten Flüssen. 
Zur Verbesserung der Uebelstände werden neben guten Forst 
gesetzen alle diejenigen Mittel genannt, welche dazu dienen das 
Niederschlagswasser möglichst lange von dem Abfluss durch die Strome 
zurückzuhalten, also Anlage von Thalsperren, Aushebung von Seen und 
Canälen, Anlage von Senkbrunnen und endlich Verhüten der Ueber- 
schwemmungen durch Regulirung der Flüsse. 
Das königlich ungarische Ministerium der öffentlichen 
Arbeiten und Com munication en hatte in Wien zwei grosse Unter 
nehmungen zur Ausstellung gebracht: die Donauregulirung bei Pest- 
Ofen und die Theissregulirung. 
Donauregulirung bei Pest-Ofen. 
Die Donau verfolgte zwischen beiden Städten einen unregelmässi 
gen Lauf. Die Margaretheninsel, am meisten stromaufwärts gegen 
Norden gelegen, theilt den Strom in zwei Arme, von denen der gegen 
Osten zu in concaver Linie die grösste Menge des Wassers aufnahm ; 
zwischen den beiden Städten selbst fliesst der ungeteilte Strom in 
gutem, jedoch am abwärts gelegenen Ende, beim steilen Blocksberge, 
sehr zusammengedrängten Strombette. Stromabwärts von diesem Berge 
liegt die eigentliche Verwilderung der Donau und die Quelle der'Gefah 1 
für die Städte. Der Strom spaltet hier durch den Soroksarer Arm die 
etwa 7 geographische Meilen lange Insel Csepel ab und zeigte oberhalb 
dieser Insel eine ganz abnorme mit Sand- und Kiesablagerungen erfu e 
Verbreiterung, auf der sich im Winter Eisansammlungen bildeten die un 
ter ungünstigen Bedingungen zu vollständigen Eisstopfungen und m Folge 
zu verheerenden Ueberschwemmungen von Budapest führten. Dabei be 
sessen die Städte keineswegs solche Ufer und Landeplätze, welche der 
Würde derselben und dem Verkehr des aufblühenden Handels entsprachen. 
Die Regulirung der Donau ist zur Hebung der erwähnten L ebel 
stände unternommen worden. Die Arbeiten lassen sich in drei Grup 
pen eintheilen :
	        
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