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Full text : Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

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Section  II.  Wasserbau.
liegen,  unten  5  Klafter  (9'48m),  oben  7  Klafter  (13'28m)  breit  sind
und  überlässt  die  vollständige  Ausbildung  des  Flussbettes  den  Hochwassern, ­
  welche  in  dem  Grade  den  kürzeren  Weg  eiuschlagen,  als  das
alte  Flussbett  durch  die  Sinkstoffe  selbst  verschüttet  wird.  Eine  Befestigung ­
  des  Ufers  scheint  nur  an  wenigen  Stellen  vorgenommen  zu  werden.
Unfehlbar  wird  durch  die  so  ausserordentliche  Verkürzung  des
Stromlaufes  das  Flussbett  tiefer  ausgewaschen,  das  Hochwasser  schneller ­
  abgeführt  und  das  angrenzende  Land  entsumpft  werden.  Es  gehört
aber  zur  Vollendung  der  Arbeit  noch  die  Eindämmung  der  nebenliegenden
  Inundationsgebiete.  Der  Staat  hat  die  Kosten  der  Flussregulirung
  getragen,  überlässt  aber  der  Privatindustrie  die  Errichtung  der
Deiche.  .
Es  haben  sich  bisher  29  Regulirungsgesellschaften  in  den  betheiligten
  Gemeinden  zu  diesem  Zwecke  gebildet,  welche  163  Meilen
(1236‘6  Km)  Deiche  erbaut  und  1  900  000  Joche  =  1  093  500  Ha
(1  Joch  =  1600  □  Klafter,  1  Klafter  =  6  Fuss)  Land  den  Ueberschwemmungen
  entzogen  haben.  Hierfür  sind  bisher  20  826  838  fl.
bezahlt  worden  oder  auf  1  geschütztes  Joch  etwa  llti.  durchschnittlich.
Der  erhöhete  Werth  der  vor  den  Ueberschwemmungen  geschützten
Flächen  ersetzt  diese  Ausgaben  überreichlich.
Die  vom  Staate  bestrittenen  Ausgaben  belaufen  sich  auf  5  285  000  fl.
Man  muss  in  der  Theissregulirung,  welche  zwar  eine  dauernde
Ausgabe  und  sorgfältige  Behandlung  erfordert,  ein  den  nationalen
Wohlstand  des  Königreichs  Ungarn  im  höchsten  Grade  förderndes  Unternehmen ­
  erkennen.  .
Besonderes  Interesse  erregte  die  von  R  i  e  t  e  r  und  J.  J.  &  C  o.  in  Winterthur ­
  (Zürich)  ausgestellte  Sammlung  von  Plänen  der  von  denselben
ausgeführten  Turbinen-  und  Drahts  eilt  ransmissions  -  Anlagen
in  Oberursel  beiFrankfurt  am  Main,  in  .Schaffkausen,  in  Freiburg ­
  in  der  Schweiz  und  in  Bellegarde  (Departement  de  TAin,
Frankreich).  ,
Die  Natur  hat  in  dem  Kreislaufprocesse  des  Wassers  von  den
Quellengebieten  bis  zum  Meere  grosse  Arbeitsmassen  zur  Verfügung  der
Menschen  gestellt,  von  denenjedochbishernur  ein  sehr  kleiner  1  heil  für  die
Zwecke  der  Industrie  eine  Verwendung  gefunden  hat.  Schon  von  jeher
sind,  besonders  an  den  Oberläufen  der  Flüsse  und  an  den  kleineren  W  asseradern,
  die  natürlichen  Gefälle  zum  Betriebe  hydraulischer  Motoren
benutzt  worden.  Die  Verwendung  grosser  Wasserkräfte  an  günstig
gelegenen  Punkten  bedeutender  Ströme  ist  jedoch  erst  in  neuerer  Zeit
und  besonders  durch  die  Aussteller  mit  Erfolg  versucht  worden.  Die
zu  überwindenden  Schwierigkeiten  bestanden  in  zweierlei  Dingen:  die
zweckmässige  Anordnung  der  Motoren  bei  grossen  Wassermengen  bei
den  wechselnden  Verhältnissen  des  Wassers  der  Ströme  und  in  der
sicheren  und  billigen  Uebertragung  der  gewonnenen  grossen  Arbeitskräfte
            
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