Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

.347

Section  II.  Wasserbau.
durch  eine  Schleuse,  mit  dem  Vorhafen  durch  ein  Halbfluthbassin  in
Verbindung.  Die  neue  Anlage  ist  für  die  Küstendampfschifffahrt  bestimmt. ­
  die  in  Havre  den  grössten  Theil  des  Seeverkehrs  liefert.  Die
Höhen  Verhältnisse  sind  derartig  genommen,  dass  Schiffe  von  5  in  Tiefgang ­
  noch  41/ 8  Stunden  nach  Eintritt  der  Fluth  in  den  Halbfluthhafen
einlaufen  können.  Zur  Reparatur  dieser  Schiffe  sind  drei  neue  Trockendocks ­
  hergestellt  worden.  Die  Ausführung  geschah  hinter  Fangdämmen ­
  nach  Auspumpen  des  Wassers  im  Trocknen.
Mit  diesen  Anlagen  sollen  auch  neue  Spülschleusen  errichtet  werden, ­
  da  die  bisherigen  gar  keine  Wirkungen  mehr  ausüben  und  jährlich ­
  grosse  Summen  (100  000  Frcs.)  für  Baggerarbeiten  ausgegeben  werden ­
  müssen.

Eine  interessante  und  gelungene  Anwendung  des  pneumatischen
Verfahrens  ist  in  den  letzten  Jahren  in  Brest  gemacht  worden,  bei
Herstellung  eines  Fangdammes.  .
Der  Kriegshafen  Brest  ist  bekanntlich  in  und  an  dem  Flusse
Penfeld,  soweit  derselbe  im  Bereiche  des  Fluthwechsels  liegt,  errichtet.
Es  bestand  daselbst  ein  noch  von  Ludwig  XIV.  erbautes  Trockendock,
welches  in  einem  natürlichen  Einriss  des  felsigen  Ufers  angelegt  war.
Bei  der  gänzlichen  Umgestaltung  der  neuen  Kriegsmarine  genügte  dasselbe ­
  keineswegs  und  es  kam  darauf  an,  dasselbe  zu  verlängern  und  zu
vertiefen.  Zu  dem  Ende  musste  man  in  dem  Felsenthale,  welches  an
seiner  tiefsten  Stelle  bis  llVsm  unter  dieEbbehöhe  sinkt,  einenFangdamm
  herstellen  und  nach  dessen  Gebrauch  denselben  bis  zum  grössten ­
  Tiefgänge  der  Kriegsschiffe  wieder  forträumen.  Zu  diesem  Behufe
wendete  man  einen  gemauerten  Fangdamm  an,  der  auf  einem  Senkkasten ­
  für  verdichtete  Luft  von  27  m  Länge  und  8»/,  m  Breite  erbaut
und  bis  zum  dichten  Aufsitzen  auf  den  Felsen  niedergesenkt  wurde.
Abweichend  von  den  zu  Gründungen  sonst  gebräuchlichen  ähnlichen
Apparaten  waren  die  Vorrichtungen,  um  denselben  nach  Vollendung
des  Docks  wieder  fortzuräumen  und  ihn  überhaupt  gegen  den  Felsen
auch  seitlich  wasserdicht  zu  schliessen.  Zu  ersterem  Zwecke  wurden
zwei  Kammern  über  einander  angebracht;  die  unterste  sollte  so  tief
gesenkt  werden,  dass  auch  nach  vollendeter  Arbeit  er  der  Schifffahrt
nicht  hinderlich  war,  der  oberste  hingegen  diente  dazu,  um  m  das
Innere  des  Fangdammes  zu  dringen,  alle  Verbindungen  des  Eisens,
welche  mit  Bolzen  hergestellt  waren,  zu  lösen,  das  Mauerwerk  zu  en  -
fernen  und  schliesslich  den  fortzunehmenden  Theil  des  Fangdammes
flottzumachen  und  zu  entfernen.
Behufs  dichten  Anschlusses  des  Fangdammes  an  den  Felsen  waren
in  der  ganzen  Höhe  desselben  zahnschnittartige  Räume  von  1  m  Breite
und  Tiefe  ausgespart  worden,  die  nachdem  der  Damm  die  gehörige
Tiefe  erreicht  hatte,  durch  Taucher  geräumt  und  dann  mit  Boten  aus-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.