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Full text: Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

364 Gruppe XVIII. Bau- u. Civil - Ingenieurwesen. 
Cylinder wird hohl auf den überWasser in Ketten schwebenden eisernen 
Brunnenkranz aufgemauert, und je nach Fortschritt des Mauerwerks 
versenkt. Dabei wird durch Ueberkragen im unteren Theile des Pfeilers 
eine conische Höhlung gebildet, die als Luftkammer dient. Dieselbe 
wird durch eine eingemauerte Blechplatte geschlossen, auf welche das 
Steigrohr oben mit der Luftschleuse aufgeschraubt wird. Bei dieser 
Methode ist. dann eine feste Rüstung erforderlich, die an Ketten die 
Differenz zwischen Last und Auftrieb trägt, bis der Pfeiler die Fluss 
sohle erreicht hat. Hieran würden sich die Fundirungsmethoden an- 
schliessen, die ohne Anwendung von Luftdruck oben offene Umschlies 
sungen der Pfeiler von Eisen, die bis über Wasser reichen, durch 
Baggerung versenken und mit Beton anfüllen, welche bei massigen 
Wassertiefen mit Vortheil Anwendung gefunden haben. 
Als Hilfsmittel bei Fundirungen kann der von Heinke & Davis 
in London ausgestellte Taucherapparat aufgeführt werden. Der Helm 
des Tauchers hat drei Fenster und zwei cylindrische Ventile, deren 
Eigenthumlichkeit die ist, dass sie durch Schiebung geöffnet werden, 
und deshalb beim Oeffnen der Luftdruck nicht zu überwinden ist. 
usserdem soll das Kleid des Tauchers mit dem Helm so verbunden 
sein, dass der Taucher beim Schliessen der Ventile dasselbe aufblasen 
kann, um so durch Schwimmen seinen Ort zu verändern. Es wird 
behauptet, dass Taucher in diesem Apparat einen Druck von 150m 
Masser ausgehalten haben. Ein anderer Apparat von Siebe & Gor- 
mann in London hat am Helm zwei Schläuche erhalten, es wird jedoch 
bei grossen Tiefen nur einer in Gebrauch genommen. 
Die von Heinke & Davis angekündigte unterseeische elektrische 
Laterne war nicht vorgeführt. 
Weiter waren Modelle einer Dampframme, welche bei den Hafen 
bauten zu Gravelines verwandt wurde, seitens des Ministeriums der 
öffentlichen Arbeiten zu Paris ausgestellt. Dieselbe ist nach den 
Angaben der Ingenieure Plock und Jacquet construirt; sie hat zwei 
eichene Rammklötze ä 12 Centner, welche durch eine Dampfmaschine 
mittelst Gall’scher Ketten ohne Ende abwechselnd gehoben werden. 
Es können somit zwei schwere Pfähle gleichzeitig eingeschlagen werden! 
Eine andere Rammmaschine von Ramsauer in Gmunden besteht 
in einer Kunstramme, welche durch ein Schiffmühlenrad, welches durch 
die Kraft des Stromes getrieben werden soll, in Bewegung gesetzt wird. 
c. Brückenpfeiler. 
Unter den Brückenpfeilern sind besonders die in Eisenconstruction 
hervorzuheben. Die einfache Entwickelung der eisernen Brückenpfeiler 
ist besonders den Bemühungen des Ingenieurs Nördling an der fran- 
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