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Full text : Bau- und Civil-Ingenieurwesen, Wiener Weltausstellung Heft 9

36G  Gruppe  XVIII.  Bau-  u.  Civil-Ingenieurwesen.
Weiter  sind  die  Pfeiler  des  Osseviadncts  in  der  Eisenbahnlinie
Agen-Tarbes  der  französischen  Südbahn  zu  erwähnen.  Diese  Brücke
hat  zwei  äussere  Oeffnungen  von  29  m  und  sieben  Mittelöffnungen  von
38  m  Spannweite.  Die  17  bis  22  m  hohen  Pfeiler  bestehen  je  aus  zwei
gusseisernen  Röhren  von  17m  Durchmesser,  welche  aus  fest  zusammengebolzten ­
  Cylindern  zusammengesetzt  und  tief  in  den  Boden  eingelassen
sind.  Dieselben  sind  im  Innern  mit  Beton  und  Mauerwerk  ausgefüllt.
Die  Brücke  liegt  in  einem  Gefälle  von  1  :  40  und  ist  die  Pfeilerfonn
mit  Rücksicht  hierauf  gewählt  worden.  Der  Oberbau  ist  einFachwerk,
ähnlich  dem  der  bekannten  Brücke  in  Bordeaux;  die  Erbauer  sind  die
Ingenieure  Regnault  und  Boutilliers.
Ein.  weit  kühneres  Bauwerk  mit  ähnlichen  Pfeilern  wie  die  eben
beschriebenen  ist  die  bekannte  Tay-Brücke  bei  Dundee,  von  welcher
Zeichnungen  durch  die  Unternehmerfirma  C.  de  Bergue  ausgestellt
sind.

d.  Gewölbte  Brücken.
Ueber  gewölbte  Brücken  ist  nicht  viel  zu  berichten.  Der  in  der
französischen  Abtheilung  ausgestellte  Viaduct  von  Duzon  ist  eine  Strassenbrücke
  mit  halbkreisförmigem  Bogen  von  14  m  Lichtweite  und  3'2  m
Pfeilerstärke.  Als  Eigenthümlichkeit  desselben  ist  nur  das  unregelmässige
  Cyclopenmauerwerk  zu  bemerken,  welches  unter  Berücksichtigung
dei  innigen  Verbindung  des  angewendeten  Bruchsteins  mit  dem  Mörtel
der  Festigkeit  nicht  nachtheilig  sein  soll.  —  Ein  gefälliges  Aeussere
und  eine  rationelle  Construction  zeigen  die  von  der  Stadt  Hamburg
ausgestellten  gewölbten  Brücken,  insbesondere  die  Lombard-  und  Brooksbrücke, ­
  von  Andreas  Meier  construirt.  In  letzterer  Brücke  hat  auch
der  Pfahlrost  eine  der  Druckrichtung  angepasste  Anordnung  erhalten.
In  der  italienischen  Abtheilung  zieht  die  Hannibalsbrücke  über
den  I  olturno  von  Giustino  Fiocca  in  Neapel  durch  ihre  schöne  und
rationelle  Construction  die  Aufmerksamkeit  an.  Zu  beiden  Seiten  des
sehr  flachen  Korbbogens  befinden  sich  zwei  kreisförmige  Fluthöffnnngen,
welche  die  Widerlagerpfeiler  durchbrechen.  Die  Druckrichtung  erreicht
durch  die  in  dieser  Weise  scheinbar  abgetrennten  Strompfeiler  den
festen  Baugrund.  Es  ist  diese  Brücke  sowie  auch  eine  andere  desselben
Baumeisters  über  den  Sela  der  Localität  sehr  gut  angepasst.

e.  Eiserne  Brückenüberbauten.
Die  eisernen  Brückenüberbauten  kann  man  eintheilen  in  Balkenbrücken, ­
  Bogenbrücken  und  Hängebrücken.  Die  Balkenbrücken  wiederum
in  continuirliche  Balkensysteme  über  mehrere  Oeffnungen  mit  parallelen
            
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