380 Gruppe X\ III. Bau- u. Civil-Ingenieurwesen.
geführt. Wegen der Härte des Gesteins wurden Diamantbohrer zur
Anwendung gebracht, und pr. Tag dabei nur 1 m Fortschritt erzielt.
Von einer anderen bedeutenden Unternehmung, welche zwar nicht
eigentlich als ein Tunnelbau zu bezeichnen ist, aber doch wegen der
Aehnlichkeit der Ausführung dahin gehört, sandte ebenfalls Amerika
und zwar das United States war Department (J. Newton) ein Modell.
Fs betrifft die Sprengungen zur Vertiefung des Fahrwassers bei
Hallet s point. Es wurde an der zu vertiefenden Stelle innerhalb eines
Fangdammes ein Schacht niedergeteuft, von welchem auf dem Niveau der
abzuhebenden Felskuppe Gallerien nach allen Seiten vorgetrieben wur
den. Diese wurden mit Pulver gefüllt , und dann Alles mit einem
Male abgesprengt. Diese Methode lässt sich im Allgemeinen nicht als
hoitschritt bezeichnen, und muss wohl durch locale Verhältnisse be
günstigt gewesen sein.
Eine gemischte Tunnelauszimmerung aus Eisen und Holz hat die
Rheinische Eisenbahngesellschaft zur Ausstellung gebracht.
Dieselbe ist beim Bau der Eifelbahn im sandigen und thonigen Ge
birge zur Anwendung gekommen. Der Gebirgsdruck wird durch zwei
sehr starke eiserne Walzbalken, die in ihren Flantschen noch mit an
deren querliegenden Walzbalken vernietet und dadurch verstärkt sind,
aufgenommen. Eine Ausfütterung mit Holz macht sie geeignet, den
Fuss von Holzstreben aufzunehmen. Diese Balken können auf grössere
Längen freitragen als gewöhnliche, erhalten weniger Stiele und lassen
daher im untern Theile der Tunnelzimmerung mehr Raum frei.
Ein sehr schön gearbeitetes Modell und Zeichnungen des Tunnels
bei Rheinhardskehl hat die Bergisch-Märkische Eisenbahnge
sellschaft, welche im Ganzen 25 Tunnels von zusammen 12 100 m
Gesammtlänge besitzt, ausgestellt. Der ausgestellte Tunnel ist ausge
führt aufder Eisenbahnstrecke Aachen-Welkenraedt, führt durch Kreide
formation und hat eine Länge von 870 m. Er ist des weichen und
theilweise mit Wasser durchzogenen Bodens wegen im ganzen Umfange
ausgemauert. Bei der Ausführung wurden zuerst ein Sohlstollen und
vier Schächte, darunter zwei Mundschächte, hergestellt, sodann ein
Firststollen vorgetrieben, und von diesem die Ausweitung seitlich und
nach der Tiefe vorgenommen. Die Rüstung wurde mit der Stielzimme-
ruDg und die Maurung derart vorgenommen, dass man zuerst dieWider-
lager, sodann die Wölbung und schliesslich das Sohleugewölbe einbaute.
Der Arbeitsfortschritt betrug rund 2‘5 m pr. Tag. Die Gesammtkosten
einschliesslich die Portale betrugen 537 400 Thlr. oder pr. lfd. m 600 Thlr.
An Geräthen für Tunnelbau lieferten Bickfort, Smith & Co.
in Tuckingmill, Cornwall eine reichhaltige Zusammenstellung schön
gearbeiteter Zündschnüre für Sprengungen über und unter Wasser
in verschiedener Tiefe. Ferner die Anonyme Gesellschaft John
Cockerill in Seraiug eine Tunnelbohrmaschine. Es wird der für