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Full text: Industrie der Stein-, Thon- und Glaswaaren, Wiener Weltausstellung Heft 10

408 Gruppe IX. Industrie der Stein-, Thon- u. Glaswaaren. 
P. Barzanti & Sohn und Gebr. Becucei in Florenz, J. Piazza & 
A. Presentini und B. Taddeini in Voltera, J. Andreoni und 
K. Cecchi in Pisa und Andere hatten zierliche, gut gezeichnete und 
ausgeführte Alabastergruppen und Vasen eingesandt. Noch mag 
erwähnt werden, dass auch aus Galizien C. v. Orl owsky gute Alabaster- 
waaren und aus dem Thurgau II. v. Stücker hübsche Alabaster- 
sculpturen zur Ansicht brachten. 
Der im Bauwesen so werthvolle Dachschiefer findet sich in 
einer glücklichen Vertheilung und in den betreffenden Localitäten meist 
in grossen Massen über Europa verbreitet; er war von den Haupt 
ausbeuteplätzen in den mannigfachen Varietäten, in welchen er dort 
im Handel ist, zur Ausstellung geschickt worden. 
Aus Portugal hatte Ennoz in Vallongo Schiefer zu Dach- 
und Tafelplatten geformt und sie auch als Grundlage für sehr natur 
getreue Marmorimitationen, welche wie es schien mit Lack aufgetragen 
waren, benutzt. 
Aus den berühmten Schieferbrüchen von Wales waren durch die 
Cwmorthin Slate Company in Port Madoc, die Welsh Slate 
Company in London und noch drei andere Firmen grosse mit 
Maschinen gesägte und gehobelte Schieferplatten, und daraus nicht nur 
mannigfach geformte flache Dachschiefer, sondern auch mittelst Cement 
sehr sauber dachförmig zusammengesetzte Steine zur Ueberdeckung 
der Dachfirste zur Ausstellung gebracht. Ueberhaupt war die Ver 
wendbarkeit der Schieferplatten zu vielerlei Objecten, zu Trögen, 
Pissoirs, Schreibtafeln, nicht nur hier sondern auch bei den folgenden 
Ausstellern dargethan. 
Die Brüche von Angers hatten nichts geschickt, dagegen war 
aus den französischen Ardennen von Bimogne, welche den rheinischen 
Schieferbrüchen eine sehr wirksame Concurrenz machen, ein schönes 
Assortiment zur Stelle. 
Die rheinischen Schieferbrüche, namentlich der Gräflich Kessel - 
st all 'sehe in Trier, der Gredeburg’sche in Westfalen, derSachsen- 
Meiningische in Lehesten und Greifenthal, waren in der XVIII. 
Gruppe würdig vertreten. 
Die Schieferbrüche an der Ruhr hatten namentlich grosse Billard 
platten, Tischplatten und Pissoirs, die von H. Pensel in Ludwigsstadt 
im Fichtelgebirge Schreibtafeln und dergleichen .ausgestellt. 
Auch das nördliche Böhmen, Mähren und Oesterreichisch-Schlesien 
zeigten durch die Ausstellungen der Actiengesellschaft Schiefer 
bergbau in Olmütz, von A. Alscher und von J. Hanel & Co. in 
Eckersdorf und Freihennersdorf, Gebr. Lindner inTroppau, C. Weiss 
schuh in Waldolbesdorf, Letztere mit Tischplatten, ihren Reichthum 
auch an diesem Material.
	        
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