Section I. Steinwaaren.
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ich sie auf die in den ungarischen Stücken vorkommenden Petrefacten
aufmerksam machte, eine Erscheinung, die bei den französischen Stei
nen niemals vorkommt.
Die Brüche dieser guten Steine befinden sich meistens in den
südwestlichen Ausläufern der Karpathen an den Ufern des Granflusses
im Comitate Bars, besonders aber nahe dem Orte Geletnek, die Aus
beute in dieser Gegend hat sich die Firma J. Schwartz & Sohn in
Wien auf dem ganzen circa 2 l / 2 □ Meilen grossen Terrain gesichert,
die dann auch in Folge der raschen Ausdehnung, die das Geschäft nahm,
nicht allein in Geletnek, sondern auch in den Orten Slaszka und Skleno
desselben Comitates Werkstätten errichtete. Erst im Frühjahre des
Jahres 1872 wurde der erste Mühlstein geliefert und ein Jahr später
waren bereits circa 900 Stück exportirt; eine Leistung, die um so
mehr zu bewundern ist, als man diejenige der grössten alten Firma
aus Laferte wohl nicht höher als auf 1500 Paar im Jahre anschlagen
darf. Im Anfänge wurden diese Steine durch geübte Arbeiter, welche
die Firma aus Deutschland und Frankreich kommen Hess, zusammen
gesetzt, diese wurden aber recht bald durch die sehr anstelligen ein
heimischen Arbeiter abgelöst.
Die Steinbrüche Hegen meist auf 100 bis 150 m Höhe und Hegt
in einzelnen Fällen das Gestein auch zu Tage, meistentheils aber wird
es in Gruben bis zu 10 m Tiefe aus dem es umgebenden fetten Lehm
gegraben. Es finden sich Blöcke bis zu 2 cbm und auch noch grosse
Felswände vor. In Slaszka Hegt das Gestein in kleineren Stücken in
Geröll gebettet. Die Zerkleinerung geschieht ausnahmslos durch Stahl
bohrer und werden nur grosse Felswände durch Pulversprengung
zertheilt.
Gleich an die eben beschriebenen Brüche grenzen im Westen
diejenigen der Mühlstein-Actiengesellschaft Uj-Banya; obschon
bereits länger bestehend als die Fabrik der Firma Schwartz & Sohn,
so hat es diese Gesellschaft dennoch zu keinem grossen Betriebs
umfange gebracht.
Wenn diese Fabriken es sich angelegen sein lassen, stets nur das
beste und gut assortirtes Material zu ihren Steinen zu verwenden und
ihre Steine gut zu verbinden, so steht ihnen gewiss eine grosse Zukunft
bevor, die auch wir nur mit Freude begrüssen können, da wir dann
auch von der Seite einen Ersatz für das französische Material finden
werden. Was nun die Fortschritte in der Fabrikation der Mühlsteine
aus Quarzstücken anbelangt, so haben wir dieselben zunächst in Deutsch
land zu verzeichnen, denn hier ist es, wo man zuerst angefangen hat,
die Stücke mittelst Cement anstatt mit Gyps zu verbinden und ebenso
die Decke der Steine von Cement anstatt von Gyps zu machen; die
Stücke sind dadurch besser unter einander verbunden und das Los
werden derselben sowie das Lbswerden der Decke, wie dieses bei Gyps
Wiener Weltausstellung. II. ny