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MAK

Full text : Industrie der Stein-, Thon- und Glaswaaren, Wiener Weltausstellung Heft 10

Section  II.  Thonwaaren.

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Aus  Schweden  war  durch  die  Fabrik  Gustavsburg  in  Stockholm ­
  gutes  Porcellan  und  Steinzeug  eingesandt,  dessen  Decoration  nicht
in  demselben  Maasse  schön  war.  Desto  schöner  und  namentlich  auch
von  grosser  Zartheit  im  Korn  war  das  zu  classisehen  Statuetten  geformte ­
  Parianbisenit;  die  schwierigsten  Stellungen  hatten  sich  unverzogen ­
  beim  Brand  erhalten.  Nur  die  königliche  Porcellanfabrik
C.  Falk  in  Kopenhagen  hatte  ein  ähnliches  Biscuit,  das  sie  zu
Keproductionen  nach  Thorwaldsen’s  Werken  würdig  anwendete,  und
die  alte  Tradition  einer  einfachen  und  geschmackvollen  Decoration
ihres  Porcellans  aufrecht  erhalten.  Bing  &  Grondahl  in  Kopenhagen
zeigten  ein  ähnliches  etwas  schwereres  Porcellan,  und  verwandten  Thorwaldsen’s ­
  Eeliefs  mit  Ge s chmack  zur  Decoration  ihrer  Vasen.  Der
Einfluss  jenes  grossen  Künstlers  in  Aufrechterhaltung  der  Antiken  ist
hervorleuchtend.
In  Russland  steht  die  K  aiserliche  Porcellanfabrik  vereinzelt
da,  um  so  mehr  ist  es  anzuerkennen,  dass  sie  so  wacker  voranschreitet.
Bei  grossen  Stücken,  wie  Vasen  und  Tischplatten  von  2  Fuss  (0'6  m)
Durchmesser,  sowie  bei  anderen  grossen  Gemälden  sind  grosse  künstlerische ­
  und  technische  Schwierigkeiten  glücklich  überwunden  und
auch  auf  kleine  Gegenstände  ist  viele  Sorgfalt  verwendet.  Etwas  Nationales, ­
  was  Bonafede  in  Fayence  und  die  Gold-  und  Silberschmiede
in  ihren  Artikeln  so  glücklich  getroffen,  ist  jedoch  in  dieser  Porcellanfabrikation
  nicht  wahrzunehmen.
In  Ungarn  hatte  M.  Fischer  von  Farkashäzi  in  Herend  mit  Anwendung ­
  ungarischer  und  böhmischer  Materialien  eine  Porcellanfabrik
mit  ganz  eigenthümlichen  und  vorzüglichen  Leistungen  gegründet  und
sich  die  Aufgabe  gestellt,  ausser  den  couranten  alle  Erzeugnisse  von
Meissen,  Sevres,  Wien,  China  und  Japan  zu  imitiren;  es  gelingt  ihm
dies  mit  so  grosser  Virtuosität,  dass  nur  seine  Marke  uns  von  der
Thatsache  überzeugt.
Die  Malereien  von  J.  Fischer  in  Pest  tragen  einen  nationalen  Charakter, ­
  so  dass  man  sie  als  Muster  empfehlen  kann.  Seine  Compositionen,
  denen  die  agrarischen  Schätze  Ungarns  als  Motive  gedient,
sind  nach  unseren  Begriffen  etwas  schwer,  in  ihrer  Weise  aber  hübsch
entworfen  und  durchgeführt.
Oesterreich  und  vor  allen  Böhmen  sind  durch  ihren  Reichthum
an  Feldspath,  Kaolin,  feuerfesten  Thonen  und  Kohlen  für  die  Thonindustrie ­
  im  höchsten  Grade  begünstigt.  Unter  ihren  Poreellanfabriken
steht  in  erster  Reihe  die  von  Fischer  &Mieg  in  Pirkenhammer  bei
Carlsbad  (Historienmaler  C.  Bauer,.  Zeichner  F.  Bretsch,  Vorsteher
der  Malerei  A.  Carrier,  Werkführer  J.  Korb,  Inspector  der  Deco-29*

            
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