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Full text: Industrie der Stein-, Thon- und Glaswaaren, Wiener Weltausstellung Heft 10

458 Gruppe IX. Industrie der Stein-, Thon- u. Glaswaaren. 
Vereins, von welchem fast alle Decoration sowohl von Porcellan 
als von Steingut — auf Glasur ausgeführt wird. Besonders hervorzu 
heben waren die Arbeiten des Porcellanmalers Massukitschi. 
Steingut war unter dem Namen feine Fayence ausgestellt: von 
Sampei, Fabrikant in Awadji. Dasselbe ist wie alles japanische Stein 
gut mit einer gelblichen Bleiglasur bedeckt und sehr haarrissig; auch 
eine angeblich aus Feldspath und Knochen hergestellte Glasur hatte 
dieselben Fehler. Beliebt ist die Darstellung kämpfender Hähne fast 
enface und ist das Hühnervolk überhaupt mit einer feinen Beobachtung 
gezeichnet und gemalt. Aus derselben Fabrik zeigte man auch eine 
aus Porcellanmasse gemachte, mit Bleiglasur überzogene sowie eine 
mit jener Masse engobirte, weiss, grün und braun glasirte Waare. Aus 
dem Quartiere Arata der Stadt Kioto war namentlich ein dottergelb 
glasirtes Steingut auffallend — die englischen Fabriken hatten es un 
ter dem Namen canary nachgeahmt —; im Uebrigen erinnern die 
Thee- und Tafelservice und Ziergefässe in Form und Decoration nur 
zu oft an europäische Fabrikate. Im Departement Kagosima wird 
namentlich das unter dem Namen Satzwma bekannte Steingut gemacht 
und decorirt, ausserdem aber auch kleine Theeservice. Yon hier kommt 
jedenfalls das schönste in Japan gemachteSteingut allerdings haar 
rissiges ■— und doch haben die Fabrikanten es in der Hand, auch 
haarrissfreies Steingut zu machen; wenn sie, was man häufig sieht, das 
selbe in breiten Zonen und Placken mit weisser, man sagt talkiger 
Erde engobiren, so überlaufen die Haarrisse diese Stellen nicht, diesel 
ben sind wie es scheint auf die rohe Erde mit Blau bemalt. Umge 
kehrt soll das grossmaschige Craquele auch so gemacht werden, dass 
das schwachgebrannte Steingut mit einer weissen Erde engobirt wird, 
welche dann beim Trocknen reisst und auch in der Glasur die grosse 
Craquelage zeigt. Aehnlich den Chinesen — und nach ihrem Yorbilde 
das Worchester Werk — machen auch die Japanesen Statuetten von 
Göttern, Bonzen und Bettlern aus brauner Terracotte, deren Fleisch 
partien die natürliche Thonfarbe, deren Gewänder aber durch Engo- 
bage oder Glasur weiss oder bunt sind. Solche hatte das Departe 
ment Hiogo und Fukuaka ausgestellt. 
Steiirwaaren, Steinzeug oder Kruggeschirr hatten nur Eng 
land, Deutschland und Oesterreich ausgestellt. 
Dies in England nach dem Ort wo es in grösster Vollkommen 
heit gemacht wird Lambethwaare genannte Fabrikat war wieder in 
seiner ganzen Gediegenheit und Fülle der Auswahl von Dulton 
& Watts in Lambeth, London, ausgestellt. Alle in chemischen Fabri 
ken, Säuren und Salzen wiederstehenden Stücke, Röhren, Ballons, Scha 
len, Säurepumpen von sehr genauer xlrbeit mit Amianthliderung, Hah 
nen, und alle zu Bewässerungsanlagen dienlichen Stücke, Abstellungen
	        
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