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Section II. Thomvaaren.
Wir haben schon bei mehreren Gelegenheiten der Wasserleitungsröhren
erwähnt und können sie, die an so vielen Orten gemacht
werden und zahlreich auf der Ausstellung vertreten waren, hier
nicht ausführlich besprechen. Der besseren Haltbarkeit wegen sind
sie jetzt fast allgemein Steinwaare oder doch sehr hart gebrannte und
glasirte Thonwaare, weil man bemerkt hat, dass, so auffallend es sein jpag,
schwach gebrannte Thonröhren durch das Aufsaugen von Wasser sich
etwas verlängern, genug um biegen und brechen zu müssen. Ihre
Anwendung gehört mehr dem Lande und kleineren Leitungen, als den
Städten an, wo Bauten, Canal- und Gasanlagen ihnen kein ruhiges
Lager lassen. Dass man ihre Länge nicht mehr übertreibt und vielfach
auch die angepressten Muffen durch lose ersetzt, dürfte als Verbesserung
anzusehen sein. Wir nennen nur die Röhren von C. Graf
in Deggendorf, F. C. Fickenscher in Zwickau, Gebr. Pasquay in
Wasselheim, C. Zeller in Altwiller, G. F. Wingerter in Oberbeschdorf,
alle drei in Elsass-Lothringen, E. Ri hl & Co. in Waiblingen,
Gebr. Gebhard in Peterskirch, T. Naumann in Plottendorf, Gerz
& Söhne und J. Thewald in Höhr, Lederer &Nessenyi in Florisdorf,
F. Lachenbauer, F. Müller in Fussdorf.
Die Steinmassen, nachdem sie schon im Mittelalter auf dem
Westerwald in thalergrossen, auf die Hochkante gestellten Stücken zu
einer Art von Mosaik verwendet worden sind, sind in neuer Zeit auch zu
Flurplatten und Pflasterplatten angewandt worden. Utzschneider &
Jaunez in Saargemünd haben harte, gerippte auch zu Pferdeständen
geeignete Steine von gelblicher und schwärzlicher Farbe und accurater Arbeit
ausgestellt. Nach dem Vorbild der sogleich zu besprechenden Mettlacher
Mosaikplatten hat auch dieL inziger M osaikplatten- und Thon -
fabrik Proben von Platten und illustrirte Preisverzeichnisse aufgelegt,
an welchen man die tüchtigen architektonischen Zeichner erkennt,
welche für sie wirken. Von grösster Bedeutung sind die von \illeroy
& Boch in einer von der Steingutfabrik getrennten Anlage in
Mettlach gefertigten Mosaikplatten, welche in vielen gewählten
und stilvollen Mustern zu farbig eingelegten Fussböden vorgeführt
waren und ihrer Schönheit und Härte wegen nach allen Erdtheilen
Verbreitung gefunden haben, auch in jüngster Zeit zur Darstellung incrustirter
Wandgemälde benutzt worden sind. Ihre Fabrikation ist
auch technisch sehr interessant; durch Blechschablonen getrennt wird
der verschieden gefärbte trockne Steinstaub in Eisenformen gefüllt,
mit Füllmasse überschüttet und einer starken Pressung unterzogen,
welche ihm genug Halt giebt, in die Oefen — es sind continuirliche
Gasöfen — eingesetzt und einem starken frittenden Feuer ausgesetzt
zu werden.