470 Gruppe IX. Industrie der Stein-, Thon- u. Glaswaaren.
nisse und die Kais. Japanische Ausstellung wegen ihres schönen
Krystalls und Farbenglases mit trefflichem Schliff anerkennend zu
erwähnen. In den Lobmeyr’sehen Ateliers sind als Mitarbeiter
durch die entsprechenden Medaillen geehrt worden dieHerren: W.Kru-
lich jun., Geschäftsführer, A. Beer und F. Bock, Figurenmaler in
Leonorenhain; Ambr. Eg ermann, Wappenmaler, und P. Eisert, Orna-
mentengraveur in Hayda; C. Pitsch, Figurengraveur in Steinschönau;
P.Schimpke, Maler inTaunberg; B. Winder, Modelleur, J.Rudrich,
Bildhauer, Fr. Wodwazka, Monteur, und Marie Ritter, Zeichnerin
in Wien.
Erst seit der Londoner Ausstellung ist die Decorirung feiner
Gläser durch Gravirung wieder in Aufnahme gekommen, und wenn
wir jetzt das betrachten, was J. & L. Lobmeyr, dann aber auch
W. H o f f m a nn in Prag in geschmackvoller Gravirung, H.UlrichinW ien
und in mehr realistischerWeise F. Steigerwald’s Neffe in München
mit gravirten blauüberfangenen Gläsern, L. Moser in Karlsbad und
C. Basch in Ulrichsthal und Meisersdorf in Böhmen geleistet haben,
so erregen diese, vor allem aber die Ausstellung der erstgenannten
mit ihren feinen in Form und Gravirung unübertrefflichen Gläsern die
Frage, ob deren Schönheit nun nicht festgestellt sei für alle Zeiten?
können diese dem Gebrauch ebenso angemessenen als zierlichen Formen
jemals durch entschieden Besseres und Schöneres ersetzt werden, wür
den bunte oder goldene Streifen und Filets sie verschönern, würde die
Gravirung noch geschmackvoller, noch feiner werden, wenn sie in
anderem Stiel gezeichnet, tiefer, schmaler, statt matt etwa glänzend
oder in irgend einer Farbe tingirt wäre? Wir müssen alles dies ver
neinen, und uns dennoch sagen, dass diese Gläser dem Publicum nicht
• fort und fort so gefallen werden, dass es nur nach diesem begehrte,
wir müssen schon jetzt voraussehen, dass es ihrer müde werden, dass es
zu einer anderen Mode fortschreiten, aber sicher nicht zu etwas Schö
nerem greifen wird.
Es sind wegen schöner Gravirung hier noch zu nennenCopeland
& Söhne in London, J. Green inLondon, E. E. Pelikan in Heyda in
Böhmen, M. Wentzel in Breslau.
Massenhafter als durch Gravirung geschieht die Raffinirung des
Glases durch den Schliff. Ausser den genannten J. & F. Lobmeyr,
Meyr’sNeffe, James Green, Graf Harrach, Graf Schaffgotsch
sind hier noch F. Palme, König & Co. in Steinschönau wegen der
Accuratesse und Brillanz des Schliffes hervorzuheben, sowie die Kais.
Russische Glasfabrik bei St. Petersburg, welche ausser schönen
Emailmalereien prächtig geschliffene Schalen aus Purpurin ausgestellt
hatte. Auch hier sind zu nennen Pellat & Co. in Falcon Glas Work
bei London, die Glashütte von Valleristhal und Porticus. Die Firmen
C. Stolzle’s Söhne in Nagelberg in Oesterreich, J. Kossack in Ofen-