Section I. Mathematische Instrumente etc.
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mit Strichmass Breithaupt, und durch ein Meter mit Endflächemnaass
Stollenreuther in München, aber auch Bube in Hannover, Hilde
brand undBoehm in Berlin brachten Präcisiongmaassstäbe in vortreff
licher Ausführung zur Ausstellung. — In der Fabrikation gewöhnlicher
Maassstähe manifestirte sich ein sehr merkbarer Aufschwung, der ohne
Zweifel mit der Einführung eines einheitlichen Maasssystemes im Deut
schen Reiche in Verbindung steht. Kleinere Gebiete, jedes mit einem
anderen Maasssystem, lassen einen Industriezweig dieser Art, auch wenn
die sonstigen Bedingungen, Handel, Verkehr und gewerbliche Thätig-
keit, noch so günstig sind, nicht zur Entwickelung kommen. Das
glücklich wieder erstandene Reich übt auch in diesen kleineren Dingen
einen wohlthätigen Einfluss aus. An die Stelle des früheren Klein
betriebes ist die fabrikmässige Herstellung getreten, bessere Werkzeuge
und verbesserte Methoden kommen in Anwendung, und die Producte
sind nicht allein vollendeter, sondern sie sind zugleich preiswür
diger geworden und können der französischen Arbeit vollkommenem
die Seite gestellt werden. Preissinger in Augsburg, Bube in Han
nover, Mohr in Esslingen, Pape in Altona haben vortreffliche und
tadelfreie Arbeit geliefert.
Oesterreich hat in den zahlreichen und geschickten Wiener,Me
chanikern all die Hilfe, die zur Herstellung der Präcisionsmaasse erfor
derlich ist, und hat ebenso in reicher Auswahl und in exacter und schö
ner Ausstattung die mannigfaltigen Formen, in welchen im Verkehr
Massstäbe in Anwendung kommen , zur Ausstellung gebracht. — Die
Schweiz war durch die rühmlichst bekannte Genfer Gesellschaft
für Anfertigung physikalischer Instrumente ausgezeichnet auch
in dieser Specialität vertreten ; und England, sonst beinahe ganz seitab
stehend, hat wenigstens durch die Firma R a b o n e & S o u in Birmingham
gezeigt, welche Sorgfalt dort auf die Herstellung exact ausgeführter Maass
stäbe verwendet wird. Selbst das entlegene Japan gab in sehr schön
gearbeiteten Maassen einen redenden Beweis der Entwickelung ostasia
tischer Industrie.
Noch sind besonders die Platiniridium-Meter hervorzuhebeü, von
denen eines von Matthey&Co. in London und eines von Desmoutis,
Quennessen&Co. in Paris geliefert wurde. Beide hatten im Quer
schnitt die von der internationalen Commission, welche im Jahre 1873
zur Feststellung eines Urmeters in Paris versammelt war, empfohlene
Xförmige Gestalt. Ein definitiver Beschluss ist noch nicht gefasst, we
der über Material noch über Gestalt. Die Legirung des Platins mit
Iridium hat jedenfalls vor dem reinen Platin den sehr schätzbaren Vor
zug der weit grösseren Härte. Immerhin handelt es sich nun zunächst
um wissenschaftliche Specialuntersuchungen. Durch die Ausstellung
ist einstweilen nur die Möglichkeit der Ausführung — dem äusseren