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Full text : Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

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Gruppe  XIY.  Wissenschaftliche  Instrumente.
leuil,  Bessern,  Bailly,  die  für  die  Pariser  Ausstellung  im  Jahre  1867
ausgezeichnete  Arbeiten  geliefert  hatten,  waren  diesmal  nicht  vertreten.
Oesterreich  trat  dagegen  um  so  glänzender  auf.  Ruprecht’s  vorzügliche ­
  Leistungen  wurden  schon  angeführt,  aber  von  diesen  feinsten
Wagen  aus  bis  herab  zur  gewöhnlichen  Krämerwage  mit  all  den  Abstufungen ­
  in  Genauigkeit,  wie  solche  für  den  Verkehr  sich  jeweils  ausreichend ­
  erweisen,  war  die  Ausstellung  Oesterreichs  als  eine  sehr  vollständige ­
  und  gelungene  zu  bezeichnen.  —  Die  analytische  Wage,  die
Gedvillo  aus  Moskau  ausstellte,  spricht  für  die  Kunst  des  Meisters,
und  die  von  Turiner  Mechanikern  ausgestellten  Wagen  zeigen,  dass
auch  Italien  auf  dem  Wege  ist,  zur  wissenschaftlichen  Forschung  dienende ­
  Apparate  zu  liefern  und  den  eigenen  Bedarf  zu  decken.
An  die  gleicharmigen  Wagen  schliessen  sich  die  mannigfaltigen,
meist  auf  Combinationen  mehrerer  Hebel  beruhenden  Wagen  an,  wie  die
Decimal-,  Centesimal-,  Tafel-,  Brücken-,  Zeigerwagen,  und  endlich  die
verschiedenen  Formen  der  Federwagen.  Sie  waren,  da  sie  vorzugsweise
dem  Verkehr  im  Grossen  dienen,  der  13.  Gruppe  zugetheilt  und  kommen ­
  dort  zur  Besprechung.  Nur  eine  Sorte  von  Federwagen,  wie  solche
von  Stollenreuther  in  München  ausgestellt  war,  macht  hiervon  eine
Ausnahme.  Sie  gründet  sich  auf  die  Dehnungen,  die  eine  Spiralfeder
aus  hart  gezogenem  Draht  durch  aufgehangene  Gewichte  erfährt.  Die
Dehnungen  werden  an  einer  Spiegelscala,  also  ohne  parallaktischen  Fehler,
abgelesen  und  an  Empfindlichkeit  und  Genauigkeit  wetteifern  sie  mit
den  besten  analytischen  Wagen.  Je  nach  der  Dicke  der  Drähte  und
der  Länge  der  Spiralen  sind  Dehnungen,  die  einer  Gewichtszunahme
von  Vie  mg  entsprechen,  noch  ablesbar.  Ihre  Beschränkung  .besteht
darin,  dass  sie  nur  zu  Abwägungen  sehr  kleiner  Lasten,  die  1  oder  2  g
nicht  überschreiten,  anwendbar  sind.  Sie  werden  also  namentlich  zu  specifischen
  Gewichtsbestimmungen  kleiner  Objecte,  wie  dies  bei  Mineralien
häufig  entgegentritt,  die  besseren  Dienste  leisten,  haben  aber  für  diese
Fälle  den  grossen  Vorzug,  dass  die  Bestimmungen  ohne  Anwendung
von  Gewichtssätzen  ausführbar  sind.  Die  Dehnungen,  die  die  Feder
durch  die  in  der  Luft  und  im  Wasser  aufgehangenen  Körper  erfährt,
reichen  aus,  um  das  specifische  Gewicht  daraus  abzuleiten.
An  die  Wagen  schliessen  sich  die  Gewichte  an.  In  allen  Fällen
grösserer  Exactheit  werden  vergoldete  Messinggewichte  in  Anwendung
gebracht.  Die  zur  Zeit  übliche  Vergoldung  ist  die  galvanoplastische.
Der  Werth  der  Gewichte  hängt  von  der  Sorgfalt  ab,  mit  der  die  Abgleichungen ­
  ausgeführt  sind.  Meist  verlässt  man  sich  in  den  Laboratorien ­
  auf  die  Firmen  der  Gewichtslieferanten.  Wer  exacte  Gewichtsbestimmungen ­
  machen  will,  darf  sich  der  Mühe,  die  Vergleichungen
selbst  auszuführen,  nicht  entziehen.  Abweichungen  von  1  mg  und
mehr  sind  bei  käuflich  zu  beziehenden  Gewichtsstücken  von  mehr  als
            
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