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Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

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Section I. Mathematische Instrumente etc. 
tricität in Leitern erkannt war. Die Deutschen W inkl er und Reisser, 
der Engländer Watson, der Franzose Le Monnier hatten schon vor 
mehr als 100 Jahre'n den Vorschlag gemacht, mit Elektricität zu tele- 
graphiren, und der Schweizer Lesage und der Spanier Salva gingen 
sogar zu einigen praktischen Versuchen über unter Anwendung von 
Reibungselektricität zu telegraphiren. Die Abhängigkeit dei Reibungs- 
elektricität von dem Feuchtigkeitsgrad der Luft und die Schwierigkeit 
der Isolirung langer Drähte bei hoher Spannung der Elektricität 
führten nur zu negativen Resultaten. Erst nachdem mit der Volta 
sehen Säule ein neuer Elektromotor aufgefunden, beginnen die eifolg- 
reichen Versuche für Telegraphie. Von hier an schliessen sich beinahe 
an jede Entdeckung der Fundamentalactionen elektrischer Strome fort 
schreitend Versuche zur Begründung elektrischer Telegraphie an. Die 
historische Abtheilung vergegenwärtigte die einzelnen durchschrittenen 
Momente. 
Auf die am frühesten aufgefundene chemische ,Action des Stromes 
ist der vom Akademiker Sömmering in München im Jahre 1808 con- 
struirte Telegraph gegründet. Abgabe- und Empfangsstation waren durch 
27 isolirte Leitungsdrähte verbunden. An der Empfangsstation führ 
ten die Drahtenden in mit Wasser gefüllte und mit Buchstaben bezeich- 
nete Glasröhrchen, die in einer pneumatischen Wanne aufgestellt waren, 
während airf der Abgabestation die mit den entsprechenden Buchstaben 
bezeichneten Drahtenden mit den Polen einer Volta scheu Säule vei- 
bunden werden konnten. Die Wasserzersetzung, die nach geschlosse 
ner Kette eintritt, bezeichnete den zu signalisirenden Buchstaben. Der 
Apparat ist bekannt und vielfach abgebildet; von Interesse war es aus dem 
-Originalapparat zu ersehen, dass schon dieser erste Telegraph mit einem 
vom Erfinder sinnreich erdachten Wecker ausgerüstet war. Man erkennt 
die Möglichkeit des Telegraphirens, erkennt aber auch sofort die gros 
sen praktischen Schwierigkeiten, die entgegentreten. Schon die grosse 
Zahl der Leitungsdrähte, die Anlagekosten, die damit verbunden sind, 
und die Schwierigkeit der Sicherung der Isolirung so vieler Leitun 
gen setzten unübersteigliche Hindernisse der praktischen 1 erwertuung 
entgegen. 
An die nächste, von Oersted im Jahre 1819' gemachte, Entdeckung 
der Wirkung des elektrischen Stromes auf die Magnetnadel r.eihete schon 
Ampere die Bemerkung an, dass unter Anwendung von 24 Leitungsdräh 
ten, von denen je zwei an der Empfangsstation durch Drahtschlingen 
mit Magnetnadel, Multiplicatoren, verbunden sind, man über 24 Zei 
chen in beliebigen Entfernungen verfügen könne. Reichen hierzu auch 
schwächere Ströme aus als zur Wasserzersetzung erforderlich sind, so 
bleiben doch die Schwierigkeiten der vielen Drahtleitungen die glei 
chen, wie bei dem Apparat von Sömmering. Die nach Ampere’s
	        
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