MAK

Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

erungswurdig auch dafür Sorge getragen ist, in dem unvermeidlich 
sehr comphcirten Apparat jede Bewegung zu regulireu und in Ordnung 
zu erhalten, so bleiben doch im Gebrauch für den Telegraphisten manche 
schwierige und ermüdende Arbeiten übrig. Zur Erzielung der grossen 
Geschwindigkeit der Typenräder sind kräftige Laufwerke mit grossen 
Gewichten erforderlich, und die Erhaltung des Synchronismus der Be 
wegungen der Typenräder verlangt nicht selten zeitraubende und 
erneuert auszuführende Versuche. Von diesen Unzuträglichkeiten erschei 
nen die neu erfundenen Drucktelegraphen von Hefner v. Alteneck 
und von Dr. Siemens nicht allein befreit, sie besitzen auch noch den 
beträchtlichen Vorzug, dass mit denselben eine beiläufig doppelt so 
grosse Geschwindigkeit in der Depeschenversendung als mit den 
Hughes’schen Telegraphen erreicht werden kann. 
Die neuen Erfindungen schlossen an das von Dr. Siemens schon im 
J ahre 180 3 begründete und von ihm selbst zu grosser Vollendung gebrachte 
automatische Telegraphensystem an. Der von Siemens & Halske 
über den Drucktelegraphen von Hefner v. Alteneck gegebenen Er- 
läuterung ist J olgendes zu entnehmen: 
Während bei den bis jetzt zur automatischen Telegraphie gebräuch 
lichen Apparatsystemen die selbstthätige Abgabe der Depeschen durch 
den Sendapparat mit Hilfe von in langen Schienen steckenden Typen 
oder von gelochten Papierstreifen geschieht, welche in grösseren Par 
tien auf besonderen Apparaten gesetzt oder gelocht werden, sind 
durch den Dosengeber von Hefner v. Alteneck die beiden Functionen 
des Vorbereitens und des automatischen Abtelegraphirens der Schrift 
zeichen in einem compendiösen Apparate vereinigt und erfolgen in 
demselben, wenn auch von einander unabhängig, der Zeit nach nur 
wenig getrennt. 
Ueber den Gebrauch sagt die Erläuterung: 
Der Dosenschriftgeber wird direct in den Stromkreis der Linie 
eingeschaltet, und erfolgt die Abgabe einer Depesche in letztere durch 
Drucken von Tasten, deren für jedes in der Telegraphie vorkommende 
Zeichen je eine vorhanden und dem entsprechend bezeichnet ist Die 
mittlere durchschnittliche Schnelligkeit, mit der die einzelnen Zeichen 
auf fjer Tastatur gegriffen werden müssen, ist von der Geschwindigkeit, 
auf welche der ohne Zusammenhang mit der Tastatur arbeitende Mecha 
nismus eingestellt ist, nur insofern abhängig, als sie diese nicht über 
schreiten darf; die Verschiedenheit der Läiige der einzelnen Schrift 
zeichen (Morseschrift) bleibt beim Greifen der Tasten unberücksichtigt 
wie auch der vorschnftsmässige Zwischenraum zwischen zwei Zeichen 
stets von selbst erscheint, gleichviel, ob der Telegraph zwischen! dem 
Greifen einzelner Tasten längere oder kürzere Zeit verstreichen lässt. 
Die Leistungsfähigkeit des Apparates ist nach Angabe der Erläu 
terung begrenzt durch die Schnelligkeit, mit welcher der ihn bedienende
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.