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Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

532 Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente. 
billige Heliotrope. Nivellirinstrumente von mannigfacher Art und 
Vollständigkeit, zum Theil nach Patenten ans Stampfer’s Zeit. Mark 
scheider- wie Feldmessinstrumente mit Bussolen und ein nach Brey- 
mann’s Angabe ausgeführtes forstliches Universalinstrument, über 
dessen mannigfaltigen Gebrauch für den Forstmann eine Broschüre von 
Prof. C. Breymann Belehrung giebt. — Hieran schliessen sich Sextan 
ten, Keüexions- und Prismenkreise sowie andere mathematische Instru 
mente. Desgleichen J. Schablass & Sohn in Wien, deren Arbeiten 
sich durch billige Preise bei guter Ausführung auszeichnen; E.Hammer- 
müller inWien, kleines Universalinstrument, Theodolithen und Nivel 
lirinstrumente; Dennert &Pape in Altona Theodolithen und Nivellir 
instrumente. Sodann J. Kern in Aarau Theodolithen und Feldmesser 
instrumente in mannigfachen Detailverschiedenheiten und Markschei 
derinstrumente. Die Ablesung der mit Nonien versehenen Kreise 
geschieht noch durchweg mittelst einfacher in King oder kurzer Kapsel 
gefasster Lupe, und wird nicht selten erschwert zumal bei eomplicir- 
teren Instrumenten kleineren Formats durch die beschränkte Stellung 
des Kopfes des Beobachters für die erforderliche Nähe des Auges bei 
dem Nonius. Die Zählung der Kreistheilungen von zwei diametral 
gegenüberliegenden Nullpunkten bis zu 90 auf vier Quadranten ist 
ein jetzt so ziemlich überwundener Standpunkt. Es wäre zu wünschen, 
dass die Verbesserung der bei den mit Nonius versehenen Kreisen an 
gebrachten optischen Waffe für das ablesende Auge nicht so lange 
Zeit bedürfen werde, um sich allgemeinen Eingang zu verschaffen, eine 
Verbesserung, die so leicht und Jedem, der sie versucht hat, einleuch 
tend ist, bestehend in der Anwendung eines kleinen (zusammengesetz 
ten) Mikroskopes, wie es sich im Ocularauszuge kleiner Handfernröhre 
aus den Rathenower oder Pariser Werkstätten fertig vorfindet. Die auf 
dem Limbus allgemein rechtsum, d. h. im Sinne der Zählung des Uhr 
zifferblattes laufende Bezifferung muss die umgekehrt stehenden Ziffern 
erhalten, wie sie aufrecht einem im Kreiscentrum stehenden Auge er 
scheinen müssen, so dass ihm auf den Grad 60 zur Rechten folgend der 
Grad 70 erscheint. Die Noniusziffern sind ebenfalls unter Beibehal 
tung ihres bisherigen Platzes umzukehren. Das umkehrende kleine 
etwa 10bisl3em lange Ablesungsmikroskop zeigt alsdann dem nicht 
mehr mit der Nase die Theilung fast berührenden Beobachter in 
bequemer Kopfstellung das sprechende Limbusstück sammt Nonius, 
jener oben, dieses unten in scharf begrenztem Gesichtsfeld, in dessen 
Mitte auch ohne Fadenkreuz sich der entscheidende Noniusstrich brin 
gen lässt zur besseren Vermeidung einer Parallaxe, falls, wie häufig, 
die Noniusfläche etwas tiefer liegt als die Fläche des Limbus,' mit auf 
recht und von links nach rechts laufend erscheinender Bezifferung 
(Listing). Mehrere namhafte Künstler haben bereits vorstehenden Rath 
dankbar angenommen.
	        
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