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Full text: Wissenschaftliche Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 11

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Section II. Uhren. 
Unter den übrigen Ausstellern wurde besonders Theod. Leroy 
ausgezeichnet, der unter anderen auch einen astronomischen Regulator 
ausgestellt hatte. 
Ebenso Desfontaines (Maison Leroy), von welchem, nebst vielen 
Anderen, ein Schiffschronometer ausgestellt war. 
Die Taschenuhrenindustrie blüht besonders in der Umgegend von 
Besangon. Die Rohwerke werden aus dem Thale de Joux und de Iia- 
vers bezogen, aber im Durchschnitte nur gewöhnliche, billige Waare 
gefertigt. Uebrigens wird die grössere Zahl der Rohwerke für die 
Taschenuhren der Schweiz und Deutschlands eben daher bezogen. 
Adler und Brunswig erhielten lobende Anerkennung. Die vor 
zügliche Arbeit wurde namentlich bei Haas, jeune & Co. anerkannt. 
Unter Nro. 134 hatte der Director Benoit der Uhrenmacherschule 
zu Cluses (Haute Sovoye) sehr schöne Hemmungsmodelle ausgestellt. 
Thurmuhren waren gar keine vorhanden, obwohl diese Industrie 
in Frankreich sich in einem blühenden Stande befindet. 
Wenn man nun bedenkt, dass allein die Gehr. Montandon 
jährlich an 800 000 Stück Uhrenfedern für Pendeluhren und 180 000 
Dutzend Taschenuhrenfedern produciren, von denen beinahe l /,4 in 
Frankreich verbraucht werden soll, ferner dass Besangon und Umgegend 
jährlich an 300 000 Taschenuhren verfertigen, und dass ferner allein 
die Fabriken von St. Nicolas monatlich 120 000 Rohwerke für Pendel 
uhren liefern (Ausstellungsbericht für 1867), so wird man zugeben, 
dass die französische Uhrenindustrie auf der Ausstellung von 1873 so 
viel als gar nicht vertreten war. 
Schweiz. Die Uhrenindustrie der Schweiz hat ihre Hauptpunkte 
in Genf und dem Cantone Neufchätel, breitet sich aber jetzt auch in 
den Cantonen Bern, Waadt und Solothurn aus. Sie hat sehr voll 
kommene Arbeitstheilung zum Theile als Hausindustrie, und nur aus 
nahmsweise wird in einem Geschäfte die Uhr ganz fertig gemacht. 
Für die Ausbildung der jungen Leute in den wissenschaftlichen Grund 
sätzen des Uhrenbaues' ist durch zweckmässig eingerichtete Special 
schulen gesorgt und die eigens hierfür bestimmten Sternwarten in Genf 
und Neufchätel übernehmen die Prüfung der ihnen übergebenen Schiffs 
und Taschenchronometer, und geben die Zeit in einzelne Hauptorte, 
damit die Uhrenmacher vorher ihre Werke selbst auf das Sorgfältigste 
reguliren können, ehe sie dieselben auf die Sternwarte geben. Natür 
lich bilden diese Chronometer nicht die Hauptproduction, ja nicht ein 
mal einen wesentlichen Theil derselben. Der officielle schweizerische 
Katalog giebt die Zahl der jährlich producirten Taschenuhren auf 
200 000 an, während im Jahre 1871 in Neufchätel 145 Taschen- und ein 
Marinechronometer zur Prüfung kamen. Nimmt man an, dass ebenso viele 
in Genf geprüft wurden, so wäre dies 290 = 0'4 Proc. immerhin eine
	        
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